html_5 ..:: Bauernverband Mecklenburg Vorpommern ::..: Schweine-TV

Schweine-TV

Unsere Kamera zieht um!

Nur noch wenige Tage, dann zieht unsere Webcam um. Am Dienstag, 15. Dezember, wird diese Webcam hier im Maststall abgeschaltet.

Doch dann ist nicht Schluss. Im neuen Jahr wird es Kuh-TV geben. Sie sehen rund um die Uhr Live-Bilder aus einem modernen und in Mecklenburg-Vorpommern einzigartigen Kuhstall. Nebenbei gibt es auch wieder allerlei Wissenswertes über das Leben und die Haltung unserer Milchkühe.

 

Bleiben Sie uns also treu!

 

 

 

Kann man im Stall überhaupt noch atmen?

Ja, kann man. Damit gute Luft im Stall herrscht, ist in jedem Stall eine Lüftung eingebaut. Diese sorgt für einen ständigen Luftaustausch im Stall, so dass die Tiere mit Frischluft versorgt werden. Der Landwirt selbst verbringt jeden Tag viel Zeit im Stall. Es ist also auch in seinem Interesse seinen Arbeitsplatz möglichst angenehm und somit gut belüftet zu gestalten.
Eine gut funktionierende Lüftung hat zudem einen sehr großen Einfluss auf das Wohlbefinden der Schweine. So ist dann z.B. weniger Staub in der Luft und Zugluft wird vermieden. Das Zusammenwirken der vielen Faktoren ist ziemlich komplex. Darum übernimmt ein Computer die Steuerung. Dieser errechnet die erforderliche Luftmenge und sorgt für die Einhaltung des Temperaturverlaufs je nach Alter der Tiere. Dies hat noch einen weiteren Vorteil: Die Steuerung ist mit einer Alarmanlage verbunden, welche den Landwirt bei einer Störung umgehend informiert.

Was fressen die Schweine?

Wie Sie vielleicht sehen können, stallen wir die kastrierten Eber (Börge) und die weiblichen Schweine (Sauen) gemeinsam auf. Dies hat für uns Schweinemäster auch einen Sinn. Die fresslustigen Börge ziehen durch ihr häufigeres Fressverhalten die etwas trägeren Sauen mit an den Futtertrog. So erreicht man bei beiden Geschlechtern eine hohe Futteraufnahme, was die Grundlage für gute Zunahmen und eine gute Gesundheit der gesamten Herde ist.

Das Schwein wird von der Flatdeckaufzucht (Kinderstube) bis zur Endmast bei uns im Betrieb mit 7 verschiedenen Rationen versorgt. Diese unterscheiden sich stark im Energie- und im Proteingehalt. Die Tagesration wird an den realistischen Bedarf angepasst. Dadurch erreichen wir eine ausgewogene Versorgung der Schweine. Ein positiver Nebeneffekt ist, dass die Ausscheidungen von den Tieren, die Gülle, durch die bedarfsorientierte Fütterung deutlich weniger Stickstoff und Phosphor enthält. So schonen wir nicht nur den Organismus des Tieres, sondern auch die Umwelt. Die Gülle wird in der betriebseigenen Biogasanlage vollständig weiterverarbeitet. Der Düngewert wird durch die Vergärung erheblich verbessert und der penetrante Gestank durch den flüchtigen Ammoniakanteil in der Gülle, ist in den Gärresten nach der Fermentierung nicht mehr vorhanden. Gärreste stinken dadurch nicht mehr. Die Biogasanlage produziert regenerative Energie und die gesamte Wärme, die durch die Verstromung von Biogas im Blockheizkraftwerk als Nebenprodukt entsteht, geht wieder zurück in die Stallungen, um den Tieren ein angenehmes und altersgerechtes Klima zu verschaffen. Schweine mögen es warm. Wir Landwirte betreiben dadurch aktive Kreislaufwirtschaft.
 
Die automatische Flüssigfütterung kontrolliert ihre Futtermenge über einen im Trog platzierten Edelstahlsensor, der kontinuierlich die Futterrestmenge im Trog, sowie die Fressgeschwindigkeit der Schweine in Sekunden misst und analysiert. Dieses System ist intelligent programmiert und dadurch selbst lernend. Der Sensor ist das Auge der automatischen Fütterung und steht immer wachsam zur Verfügung. Er steuert sowohl die Futterabzüge als auch die Futterzugaben. So kann das Schwein von Beginn an so fressen, wie es ihm beliebt. Kein Futter verdirbt, da zwölfmal am Tag gefüttert wird. Das Futter wird immer frisch zubereitet. Ist es den Schweinen zu viel, wird weniger dosiert bzw. Einzelrationen auch ganz gestrichen.
 
Im Sommer verlagern sich die Fütterungszeiten außentemperaturbedingt oft automatisch in die frühen Morgenstunden oder auch mal in die späteren Nachmittags- und Abendstunden. Auch ein Schwein frisst bei 30 Grad Raumtemperatur nicht gerne. Zu warme Stalltemperaturen können wir auch durch Kühlung der Zuluft etwas beeinflussen. Ist es viel zu warm, werden die Tiere über Sprenklerleitungen (zu sehen im oberen linken Bildrand der Web Cam) über den Buchten mit kühlem Wasser besprenkelt. Schweine lieben das.
 
Dank der automatischen Fütterung kann sich der Landwirt bei den Kontrollgängen voll und ganz auf die Tiere konzentrieren. Außerdem ist die tägliche, exakt gewogene Futtermenge pro Abteil ein wichtiger Indikator für den Landwirt, den Gesundheitszustand der Tiere früh beurteilen zu können. Ein Schwein, dem es nicht gut geht, frisst schlecht bzw. gar nicht.
Das Trinkwasser wird im Rahmen des QS-Siegels regelmäßig untersucht und steht den Schweinen immer zur freien Verfügung. Wir tränken Brunnenwasser, welches nachweislich Trinkwasserqualität hat.

Die Schweine bekommen im Moment ein Mittelmastfutter, welches prozentual aus folgenden Komponenten besteht:
 
29 %    Winterroggen (eigener Anbau)
25,5 % Winterweizen (eigener Anbau)
23 %    Wintergerste (Zukauf von einem Nachbarbetrieb)
7,5 %   Kartoffeldampfschalen (Schälreste vom Pfanniwerk in Stavenhagen)
12,2 % Sojaextraktionsschrot HP (vom Landhandel zur Zeit Fugema)
2,8 %  Mineralstoffmischung (vom Landhandel)
 
Diese Komponenten werden im Verhältnis 1 zu 3 mit Wasser verrührt, quellen gelassen und dann in die Abteile verpumpt.
 
Da das Schwein ein Allesfresser ist, das wir Menschen zum Vegetarier, ja sogar zum Veganer gemacht haben, fehlen einige, für das Schwein essentielle Mineralien in dieser getreidereichen Ration. So ist der Landwirt gezwungen, verschiedene Spurenelemente, Vitamine, Calcium, Phosphor usw. zuzuführen. Das Getreide enthält nicht ausreichend Nährstoffe, die Schweine für eine ausgewogene Ernährung beanspruchen.
Die Proteinversorgung kann nur bedingt mit eigenen heimischen Eiweißträgern erfolgen. Sojasextraktionsschrot ist hochgradig verdaulich (ca. 40 - 48 %). Im Normalfall setzen wir auch Rapsextraktionsschrot aus heimischer Produktion ein, da wir auch hier den Raps selber anbauen. Durch Rapsschrot kann ich ca. die Hälfte von meinem Sojaschrot ersetzen, in der Ferkelaufzucht ist ein Protein welches hochprozentig verdaulich ist unbedingt notwendig. Hier setzt man auf Milchaustauscher, Molke und aufgeschlossene Eiweißträger)
 
Rechnerisch produzieren wir 77,5 % der Futtermittel für alle unsere Schweine direkt selber. Über Raps, welches wir im Normalfall verfüttern kommen indirekt noch einmal ca. 6 % dazu.
Es stimmt also nicht, dass das Ausland hochgradig Getreide anbauen muss, um hier bei uns die Fleischproduktion zu versorgen. Vor allen Dingen wird im Ausland das Schwein hochgradig mit Speiseresten und Abfällen aus der Lebensmittelindustrie gefüttert. Speisereste dürfen bei uns seit mehreren Jahren nicht mehr verfüttert werden, ebenso wie der Proteinträger Fleisch - Knochenmehl.
 
Es wurden 200 Läufer am 2.02.2015 in das Abteil eingestallt. Die Tiere hatten ein Einstallgewicht von 29,92 kg im Durchschnitt. Wir hatten am 16.02.2015 gleich 2 Verluste durch plötzlichen Herztod zu beklagen. Verluste sind für den Landwirt nie schön, aber leider nicht vollständig auszuschließen. Somit liegt die Verlustquote in diesem Abteil bei 1 %. Bisher war keine medikamentöse Behandlung von Einzeltieren erforderlich. Die Tiere kommen also ohne Antibiotika aus. Es mussten auch keine Tiere aussortiert bzw. vorab ausgestallt werden.
 
Wie die Bilder der Web Cam beweisen, erfreuen sich die Tiere bester Gesundheit. Es ist in den letzten Wochen ein wenig Trägheit eingekehrt. Die Tiere sind gesund, satt und verbringen daher sehr viel Zeit mit ruhen, dösen und schlafen. Dieses Phänomen ist jedem Schweinehalter bekannt. Das Vorurteil "dummes" Schwein ist vollkommen falsch. Schweine sind intelligente und gelehrige Tiere. "Faules" Schwein stimmt in gewisser Weise aber schon. Müsste das Schwein sein Futter selber suchen, wäre es deutlich aktiver, jedoch ist diese Aktivität dann auch erzwungen, um den eigenen Hunger zu stillen.

Brauchen Schweine Stroh zum Wühlen?

"Stroh ja, aber bitte nicht als Einstreu", wird Ihnen jeder konventionelle Schweinehalter sagen. Den Tierhaltern ist es wichtig, dass ihre Tiere gesund sind und sich wohl fühlen. Stroh hat die Eigenschaft, dass sich darin Pilze (Fusarien) und Parasiten (Fliegen, Würmer) ansiedeln können, die das Krankheitsrisiko der Tiere deutlich erhöhen. Zudem würde sich die Staubentwicklung durch die Stroheinstreu deutlich erhöhen. Gegen geringe Mengen an Stroh als Beschäftigungsmaterial haben viele Schweinehalter nichts einzuwenden. 
Übrigens wird das Bewegungsmuster von Mastschweinen nicht vom Bodentyp beeinflusst. Eine Studie der Newcastle Universität konnte keinen positiven Effekt bei der Haltung auf Stroh gegenüber der Haltung auf Spaltenboden auf das Bewegungsmuster belegen. Demnach habe der Spaltenboden keinen Einfluss z.B. auf Lahmheiten bei den Mastschweinen.
Der Spaltenboden hat sogar einige entscheidende Vorteile gegenüber dem Stroh. Die Ausscheidungen der Schweine werden nach unten in den Güllekeller durchgetreten. Somit ist die Gülle vom Aufenthaltsbereich der Tiere getrennt. Die Schweine können so sauber und trocken liegen. Die Schlitzbreite des Spaltenbodens richtet sich nach Größe bzw. Gewicht der Tiere und ist so gewählt, dass die Tiere nicht mit den Klauen oder anderen Körperteilen hängen bleiben können. Gerade an warmen Tagen sorgt der Spaltenboden für eine ausreichende Wärmeabfuhr. Anders die Strohmatte. Sie hat eine isolierende Wirkung, wärmt also noch zusätzlich, was die Schweine gar nicht mögen. Da der moderne Stall beheizt ist, kühlt der Spaltenboden im Winter nicht aus. Das Schwein friert also nicht, wenn es sich auf den Boden legt.

Quelle: Tierhaltung modern und transparent e.V. 

Kaum ein Bereich in der Landwirtschaft ist so spezialisiert wie die Schweinehaltung. Sauenhalter erzeugen Ferkel, in Mastbetrieben werden Ferkel bis zur Schlachtreife gehalten und in speziellen Zuchtbetrieben werden Jungsauen und Eber gezüchtet.

Hier schauen wir in eine Bucht eines Schweinemaststalls der Kühling GbR in Zemmin. Wenn die Schweine in diesem Betrieb aufgestallt werden, sind es noch "Halbstarke" mit 28 bis 30 Kilogramm Gewicht. Um ihren Bewegungsdrang und ihre Spiellaune zu unterstützen, beschäftigt der Landwirt sie mit Spielen oder Gegenständen, an denen sie kauen können. Das verhindert auch "Kabbeleien" untereinander.

Es gibt eine Vielzahl von Haltungsformen. Ställe mit Stroh bieten zwar eine zusätzliche Beschäftigungsmöglichkeit. Es gibt aber eine Reihe von Nachteilen. Arbeitswirtschaftliche Gründe, Tiergesundheit und Emissionen sind Argumente dafür, die Tiere auf perforierten Böden zu halten. Die Tiere teilen sich ihre Bucht i.d.R. in Liege-, Fress-, Bewegungs- und Kotbereich ein. Im Liegebereich schlafen die Tiere und ruhen sich aus. Je älter ein Schwein ist, desto träger wird es. Bis zu 80 Prozent eines Tages schlafen Schweine, die sich nicht mit der Futtersuche befassen müssen. Der Liegebereich muss daher sauber und trocken sein. Als Mistbereich wählen die Schweine meist die Buchtenbereiche in der Nähe der Tränken. Werden Schweine zu festen Zeiten gefüttert, ist es wichtig, dass alle Tiere gleichzeitig fressen können. Alle Schweine haben jederzeit Zugang zu frischem Wasser.

Die Schweinemast erfolgt in Gruppen. Jede Bucht fasst 25 Tiere. Die Mast von 30 auf 120 Kilogramm dauert in diesem Betrieb 3 Monate. Sowie Tiere ihr Schlachtgewicht erreicht haben, werden sie ausgestallt. Dies erfolgt mehrmals, so dass die Buchten zum Ende eines Mastdurchgangs lichter werden.

Unsere Webcam direkt im Stall

Hier geklickt und schon geht's los mit der Live-Übertragung

Unsere Videos auf Youtube

Bewerberpool
Agrarwirtschaft MV

Landwirte erreichen, zielsicher werben!