Die Landwirte in MV ernähren auch Dich.
Ein Landwirt ernährt heute 145 Personen
05.03.2021

Im Dialog mit dem Minister

Foto: pixabay

LANDWIRTE BRINGEN KREATIVE VORSCHLÄGE

Mehr als 60 Landwirte haben im Dialog mit Mecklenburg-Vorpommerns Landwirtschaftsminister Till Backhaus ihre Kritik zur aktuellen Agrarpolitik auf den Punkt gebracht und zugleich kreative Lösungen geliefert. Der Bauernverband MV hatte seine Mitglieder zu der Videokonferenz eingeladen, um Fragen zur Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP), der Düngelandesverordnung und dem Insektenschutz zu klären.

„Wichtig ist jetzt, dass wir ergebnisorientiert weiterarbeiten“, fasste Bauernpräsident Detlef Kurreck zusammen. „Ziel muss sein, dass das Insektenschutzprogramm den Insekten nützt und nicht die Landwirte bestraft“,

benannte er einen zentralen Diskussionspunkt, den zuvor Dr. Kathrin Naumann von der GGAB Groß Grenz pointiert formuliert hatte:

„Auf Grünstreifen werden sich keine Bienen oder Schmetterlinge ansiedeln. Wir brauchen gezielte Maßnahmen, zum Beispiel in Agrarumwelt- und Klimamaßnahmen“, so die Geschäftsführerin, die eine praxisorientierte Begleitforschung einforderte und zugleich ein buntes Maßnahmenpaket vorschlug. „Wir brauchen nicht so dicht gewachsene Getreide-Bestände, offene Oberflächen, die sich schnell erwärmen, leichte Kiesflächen, in denen die Biene brüten kann, und Beetle Banks.“

Manfred Leberecht, Vizepräsident des Bauernverbandes, fügte noch das F.R.A.N.Z.-Projekt hinzu, bei dem bereits erforscht werde, welche Maßnahmen ökologisch und ökonomisch sind. Genau das sei der richtige Ansatz, sagte Till Backhaus und bat:

„Schreiben Sie es auf! Dann schauen wir es uns an.“

Er halte ein Ökoleistungen-Ausgleichskonto für eine interessante Option. Öffentliches Geld für öffentliche Leistungen sei schließlich der Leitsatz.

„Doch zusätzliche öffentliche Leistungen müssen auch zusätzliches öffentliches Geld kosten“, mahnte Detlef Kurreck an. Wer Gelder nur umschichte, folge dem Prinzip „rechte Tasche – linke Tasche“. „Das ist kein Geschäftsmodell.“

Ebenso sollten Landwirte mit der Düngelandesverordnung nicht in „Sippenhaft“ genommen werden, wie Ulrich Söhnholz und Matthias Hantel eindrücklich am eigenen Beispiel schilderten. Ob nun von Flächen eines Großbetriebes oder vom satt-grünen Rasen eines Golfplatzes umgeben – damit die Nitratbelastung sinkt, müssen die Eintragungswege nachverfolgt werden, sagte Detlef Kurreck. Er appellierte eindringlich an den Minister vor dem Hintergrund der anstehenden Wahlen, „eine andere Jacke als nur die Grüne zu tragen“.

„Wir sprechen mehr über Laufkäfer und Moorflächen, als über Getreide, Eier oder Fleisch. Wir brauchen eine kreative Zusammenarbeit.“

Till Backhaus betonte, der Landwirtschaft „mit Herz und Seele verbunden“ zu sein und machte klar:

„Lasst uns da mal schön zusammenstehen.“