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05.10.2021

DBV-FA Ökolandbau sorgt sich um neue GAP-Umsetzung

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Bei der nationalen Umsetzung der GAP fordert der FA Ökololandbau die möglichst weitgehende Nutzbarkeit der national vorgesehenen Eco-Schceme-Maßnahmen für die ökologische Landwirtschaft. Die Anlage von Blühstreifen und die Nutzung der Förderung zum Anbau vielfältiger Kulturen werden als nutzbar angesehen. Beide Maßnahmen würden sich nach heutigem Kenntnisstand auch nicht mit der Öko-Prämie in der 2. Säule überschneiden. Damit es hier zu keiner Doppelförder-Problematik kommen kann, müssen die Eco-Schemes entsprechend geregelt werden. Für Grünlandstandorte müssen in diesem Zusammenhang unbedingt noch geeignete Maßnahmen aufgelegt werden. 
Mit der neuen EU-Öko-VO kommt es ab Januar 2022 zu einer Mindestwartezeit auch bei gesetzlich wartezeitfreien Parasitenbehandlungen von Öko-Legehennen. Zukünftig dürfen Öko-Legehennenbetriebe ihre Eier während der Behandlung (7 Tage) und der anschließenden 2 tägigen Wartezeit nicht ökologisch verwerten. Der DBV FA spricht sich dafür aus, die EU-Öko-Basis-VO so zu ändern oder auszuglegen, dass wie bisher keine Wartezeit gilt. Anderenfalls ist mit einer ökonomischen Krise der Öko-Legehenennhaltung (ca. 15% der dt. Eiererzeugung) zu rechnen.
Zudem ist für die Bullenmast mit Veränderungen zu rechnen, da für Wiederkäuer eine Auslaufpflicht gilt. Ausnahmeregelungen werden für die Endmast von Bullen angestrebt.

Auch den Öko-Fachgärtnereien, die Öko-Jungpflanzen erzeugen, droht Ungemach. Sie dürfen einen Großteil ihrer Jungpflanzen nicht mehr als Öko kennzeichnen, da nur für wenige Sorten Öko-Saatgut oder Öko-Mutterpflanzen- und Reiser zu Verfügung stehen. Ausnahmegenehmigungen müssen für die Verwendung von konvent. Saat- und Pflanzgut gestellt werden. DBV-Vizepräsident und FA-Vorsitzender Henrik Wendorff betonte, dass die Berechnung der künftigen Förderhöhen insbesondere für den Ökolandbau noch immer eine Blackbox sei, was ein hohes Risiko darstellt. Es ist daher dringend erforderlich, dass die konkreten Maßnahmen und die Förderhöhen der ersten und zweiten Säule in Abstimmung zueinander (zeitnah) festgelegt werden.

Der DBV Fachausschuss Ökolandbau tagte am 28.9. als Videokonferenz. (dbv/selig)