Wiedervernässung der Moore sinnvoll und fair gestalten
Palu-Richtlinie nur Anfang - Anpassung des Klimaverträglichkeitsgesetzes unbedingt notwendig
„Klimaschutz gelingt nur im Miteinander“, macht Karsten Trunk, Präsident des Bauernverbandes MV, vor dem Hintergrund der aktuellen Diskussionen um das geplante Klimaverträglichkeitsgesetz MV deutlich. Mit der Palu-Richtlinie hat die Bundesregierung jetzt ein Förderangebot für die dauerhafte Wiedervernässung von Moorböden geschaffen. Der Bauernverband MV begrüßt diese Unterstützung für Landwirtinnen und Landwirte, weist jedoch deutlich auf die notwendigen Rahmenbedingungen hin, die für eine erfolgreiche Umsetzung essentiell sind. „Klimaschutz ist ohne jede Frage ein wichtiges Ziel, zu dem wir uns klar bekennen“, so Karsten Trunk. Die Wiedervernässung der Moore als wichtiger Baustein kann jedoch nur im Dialog mit den betroffenen landwirtschaftlichen Betrieben, Waldbesitzern und Flächeneigentümern gelingen.„Der jetzige Entwurf des Klimaverträglichkeitsgesetzes der Landesregierung belastet die Landwirtschaft und den ländlichen Raum in überproportionalem Ausmaß“, führt der Bauernpräsident aus. „Wir brauchen hier unbedingt eine Anpassung!“Der Bauernverband MV hat seine Position per Beschluss des jüngsten Bauerntages klar festgelegt: Freiwilligkeit, Transparenz, Stärkung des ländlichen Raumes und Wirtschaftlichkeit müssen im Zentrum stehen, wenn Klimaschutzmaßnahmen erfolgreich sein sollen. Der im Gesetzesentwurf vorgesehene Pflichtcharakter der Moorwiedervernässung mit einem generellen Verbot der Entwässerung ab 2045 missachte die wirtschaftlichen Realitäten der betroffenen Betriebe. „Hier fehlt eine faire Lastenverteilung zur Anpassung an die Klimaveränderungen in der gesamten Gesellschaft“, sagt Karsten Trunk. Ein erster wirkungsvoller und sinnvoller Schritt zur Emissionssenkung sei die Instandsetzung von Stauanlagen und Wehren.
„Aus unserer Sicht ist „Schutz durch Nutzung“ der richtige Weg, um den Klimaschutz im Zusammenhang mit den Moorflächen voranzubringen“, so der Präsident.
Positionierung des Bauernverbandes Mecklenburg-Vorpommern
Vom 20. März 2026Moorbewirtschaftung und Klimaschutz in Mecklenburg-Vorpommern
Der Bauernverband steht dem Ziel eines verstärkten Klimaschutzes in Mecklenburg-Vorpommern offen gegenüber. Gleichzeitig betont er, dass eine erfolgreiche Umsetzung von Klimaschutzmaßnahmen nur mit den betroffenen landwirtschaftlichen Betrieben, Waldbesitzern und Flächeneigentümern gelingen kann. Daher müssen Freiwilligkeit, Transparenz, Stärkung des ländlichen Raumes und Wirtschaftlichkeit im Zentrum stehen. Mit Blick auf den einseitigen Fokus Moorschutz bzw. Wiedervernässung im Entwurf zum Klimaverträglichkeitsgesetz wird festgestellt, dass dieser Ansatz eine überproportionale Belastung der Landwirtschaft und des ländlichen Raumes zur Folge hat.
Aus unserer Sicht ist „Schutz durch Nutzung“ der richtige Weg, um den Klimaschutz im Zusammenhang mit den Moorflächen voranzubringen. Die angestrebte veränderte Moorbewirtschaftung im Interesse des Klimaschutzes erfordert ein Investitions- und Förderniveau vergleichbar mit dem Kohleausstieg. Nur so kann Klimaschutz wirksam, wirtschaftlich tragfähig und gesellschaftlich akzeptiert umgesetzt werden.
Auf dieser Grundlage hat der Bauernverband auf seinem Bauerntag am 20. März 2026 nachfolgenden Beschluss gefasst:
Der Verband unterstützt seine Mitglieder, die Moorwiedervernässung und nasse Bewirtschaftungsformen umsetzen möchten, als Beitrag zum Klimaschutz. Diese Maßnahmen sollen langfristig Treibhausgasemissionen reduzieren und nachhaltige regionale Wirtschaftsmöglichkeiten schaffen. Das kann nur gelingen, wenn die notwendigen Rahmenbedingungen durch die Politik geschaffen werden.
- Grundsatz der Freiwilligkeit
- Ablehnung des Klimaverträglichkeitsgesetzes, insbesondere des Entwässerungsverbots ab 2045
- Förderung und Ausbau der nassen Bewirtschaftung
- Anpassung rechtlicher Rahmenbedingungen
- Finanzielle Förderung auf Strukturwandelniveau
- Klimaschutz muss sich lohnen: Echte Wertschöpfung statt bloßer Entschädigung




