20.000 Gäste beim „Tag des offenen Hofes“

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@Sophia Plagemann

Landwirtschaft zeigt Gesicht und lädt zum Dialog

Mehr als 20.000 Menschen haben beim „Tag des offenen Hofes“ (13. Juni) Landwirtschaftsbetriebe in Mecklenburg-Vorpommern besucht. Tausende Familien, Verbraucherinnen und Verbraucher sowie Gäste aus Stadt und Land nutzten die Gelegenheit, moderne Landwirtschaft zu entdecken, mit Landwirtinnen und Landwirten ins Gespräch zu kommen und die Vielfalt der Landwirtschaft in MV unmittelbar zu erleben.

„Das ist eine überwältigende Resonanz“, zieht Karsten Trunk, Präsident des Bauernverbandes MV eine erste Bilanz. „Sie zeigt, wie sehr sich die Menschen dafür interessieren, wo ihre Lebensmittel herkommen und wer sie erzeugt.“ Es werde viel darüber geredet, was auf den Teller kommt und welche Rolle dabei Tierwohl, Klima- und Naturschutz spielt.

„Beim Tag des offenen Hofes bekommen diese Debatten konkretes Futter – hier können die Menschen aus der Treckerkabine übers Feld blicken, am Heu im Stall schnuppern, Kühe in Ihrem Umgang mit Robotern beobachten und natürlich Kälbchen, Schafe und Ziegen streicheln“, so Karsten Trunk.

Der Tag des offenen Hofes in Mecklenburg-Vorpommern ist eine Aktion des Bauernverbandes MV und des Ministeriums für Landwirtschaft und Umwelt in MV. Medienpartner ist der NDR.

Bei der Eröffnungsveranstaltung auf dem Landgut Durach in Schönhausen würdigte André Konsolke, Staatssekretär Klimaschutz, Landwirtschaft, ländliche Räume & Umwelt, den „Tag des offenen Hofes“. Es gehe darum den Blick zu öffnen dafür, wie wichtig die Landwirtschaft für uns ist. „Oftmals wird es als viel zu selbstverständlich angesehen, wie Lebensmittel produziert werden und was die Landwirtschaft leistet.“ Stephan Selig, Betriebsleiter des Landgutes Durach, ermutigte die zahlreichen Gäste, mit den Mitarbeitern ins Gespräch zu kommen.

„Wir haben den Titel der Veranstaltung wortwörtlich genommen: Hier ist alles offen. Kommen Sie rein, schauen Sie sich um, lernen Sie die Landwirtschaft kennen“, so der Landwirt.

Auch Lena Harks, Vorsitzende der Landjugend MV, begrüßte das große Interesse der Besucherinnen und Besucher.

„Landwirtschaft begegnet uns jeden Tag, beim Frühstück, beim Einkaufen, bei der Fahrt durch die Felder – und doch wissen die meisten von uns viel zu wenig darüber, wie Lebensmittel gemacht werden.“

Der „Tag des offenen Hofes“ sei ideal, um den Horizont zu erweitern. Auf die besondere Rolle der Frauen in der Landwirtschaft verwies Anna Wilde, stellvertretende Vorsitzende der Landfrauen MV. Im Zeichen des UN-Jahres der Frauen in der Landwirtschaft zeigen die Landfrauen mit der Awareness-Schleife Solidarität und Wertschätzung.

Mehrere tausend Besucher begrüßte die Torney Milch und Fleisch eG in Pripsleben, das Landgut Durach in Schönhausen und die AGP Lübesse bei Schwerin zum  „Tag des offenen Hofes“. Auch der Büffel- und Schafhof Züsedom, die Agrargenossenschaft Brüsewitz, die Agrarprodukte Göhlen eG in Glaisin, der Landwirtschaftsbetrieb Jochen Mewes in Retzow, die Karbower Agrargenossenschaft, das Gut Grambow, Landboden Glasin und der Alpaka-Hof am Isernberg freuten sich über den Gästeansturm.

Auf den elf teilnehmenden Höfen gab es Betriebsführungen, Technikschauen, Einblicke in Tierhaltung und Pflanzenbau sowie Spiel, Spaß und Live-Musik für Kinder und Familien. Viele Betriebe berichteten von großer Offenheit und ausführlichen Gesprächen über moderne Produktionsverfahren, Düngung, Pflanzenschutz, Tierhaltung, Lebensmittelpreise und die Herausforderungen für Landwirtinnen und Landwirte unter den derzeitigen Rahmenbedingungen wirtschaften zu können.

„So eine persönliche Begegnung auf Augenhöhe lässt sich nicht durch Zeitungsberichte oder Instagram-Reels ersetzen“, betont Bauernpräsident Karsten Trunk die Bedeutung vom „Tag des offenen Hofes“.

Offene Türen und offener Austausch seien die beste Grundlage für Verständnis und gesellschaftlichen Zusammenhalt zwischen Stadt und Land.

Um die Bedeutung der Landwirtschaft im ländlichen Raum wird es auch beim morgigen Schlusspunkt vom „Tag des offenen Hofes“ in der Trantower Agrar GmbH & Co. KG gehen. Beim „Agrar-Nord-Talk“ am 14. Juni diskutieren ab 15.30 Uhr Minister Dr. Till Backhaus und Bauernpräsident Karsten Trunk über die Ernährungswirtschaft in MV. Bereits ab 12 Uhr sind Gäste zur Technik-Schau, Drohnen-Vorführung sowie zahlreichen Attraktionen willkommen.

Abschluss mit Agrar-Nord-Tak bei der Trantower Agrar GmbH & Co. KG

Den Abschluss der landesweiten Aktion bildete am Sonntag die Trantower Agrar GmbH & Co. KG im Landkreis Vorpommern-Greifswald. Mit großem Besucherandrang, zahlreichen Gesprächen und einem vielfältigen Programm setzte der Betrieb den Schlusspunkt eines erfolgreichen Aktionswochenendes. 1500 Besucherinnen und Besucher nutzten am Sonntag in Trantow die Gelegenheit, sich ein Bild moderner Landwirtschaft zu machen. Besonders gefragt waren die Technikschau, die Drohnenvorführungen, die Präsentationen rund um den Weg „vom Korn zum Brot“ sowie die zahlreichen Mitmachangebote für Familien und Kinder.

Höhepunkt des Tages war der Agrar-Nord-Talk unter dem Titel „Wirtschafts- und Lebensstandort ländlicher Raum“. Landwirtschaftsminister Till Backhaus, Bauernverbandspräsident Karsten Trunk, die Loitzer Familienmedizinerin Dr. Rebekka Preuß sowie Pastor Arnold Pett aus Jarmen diskutierten mit den Besucherinnen und Besuchern über die Zukunft ländlicher Regionen, die Bedeutung der Land- und Ernährungswirtschaft sowie die Herausforderungen bei Infrastruktur, medizinischer Versorgung und gesellschaftlichem Zusammenhalt.

Dabei wurde deutlich, dass starke ländliche Räume leistungsfähige wirtschaftliche Strukturen, eine verlässliche Daseinsvorsorge und engagierte Menschen vor Ort brauchen. Einigkeit bestand darüber, dass die Landwirtschaft dabei eine zentrale Rolle als Arbeitgeber, Wirtschaftsfaktor und gesellschaftlicher Anker in vielen Regionen Mecklenburg-Vorpommerns spielt. Bauernverbandspräsident Karsten Trunk betonte: „Landwirtschaft ist weit mehr als die Produktion von Lebensmitteln. Unsere Betriebe sichern Arbeitsplätze, unterstützen Vereine und Feuerwehren und übernehmen Verantwortung für ihre Regionen. Basis für dieses Engagement seien jedoch wirtschaftlich starke Betriebe.

Seinen Respekt vor der Arbeit der Landwirte bekundete Landwirtschaftsminister Till Backhaus. Die Branche habe bislang immer verlässlich geliefert. Ob die Sicherung der Ernährung oder die Energiewende – die Landwirte könnten zur Lösung vieler gesellschaftlicher Themen beitragen. Dazu benötigten sie entsprechende politische Rahmenbedingungen – die unter anderem durch die künftige gemeinsame Agrarpolitik gesetzt werden. Gemeinsam mit dem Bauernverband wolle er sich in diesem Prozess für die Belange der Landwirte einsetzen. Das Herz von Landärztin Rebekka Preuß aus Loitz schlägt für das Leben auf dem Land. „Hier bin ich nicht nur bei medizinischen Problemen erster Ansprechpartner für viele Menschen.“ Ehrenamtlich engagiere sich deshalb im regionalen Dorfkind-Verein, der es sich zum Ziel gemacht hat, die Gemeinschaft auf dem Land zu fördern. „Wir organisieren unter anderem Schwimmkurse und Feriencamps für Kids. Von der Politik wünsche sie sich eine Stärkung des Hausarztsystems.

Ganz dicht bei den Menschen auf dem Land sieht sich auch Pastor Arnold Pett mit seiner täglichen Arbeit. Doch angesichts der zahlreichen aktuellen Krisen sei es nicht leicht, den Menschen Hoffnung zu vermitteln.

Insgesamt zieht der Bauernverband Mecklenburg-Vorpommern eine positive Bilanz des Aktionswochenendes zum Tag des offenen Hofes. Gerade in Zeiten intensiver gesellschaftlicher Diskussionen über Landwirtschaft sei der direkte Austausch wichtiger denn je. Die große Resonanz habe gezeigt, wie groß das Interesse der Menschen an regionaler Lebensmittelproduktion und an den Arbeitsabläufen moderner landwirtschaftlicher Betriebe sei. „Die Menschen interessieren sich dafür, wo ihre Lebensmittel herkommen und wie Landwirtschaft heute arbeitet. Der Tag des offenen Hofes schafft Begegnungen, baut Vertrauen auf und ermöglicht einen offenen Dialog zwischen Landwirtschaft und Gesellschaft. Genau dafür war dieses Wochenende ein starkes Signal“, sagte Bauernverbandspräsident Karsten Trunk.

Hintergrund

Der Tag des offenen Hofes findet seit 1992 alle zwei Jahre statt. Deutschlandweit machen mehr als 500 Höfe mit. Dabei beteiligen sich Betriebe mit allen landwirtschaftlichen Arbeitsschwerpunkten: Ackerbau, Obst- und Gemüseanbau, Geflügel,- Rinder- und Schweinehaltung, Ökolandbau, Biogaserzeugung, Gartenbau, Fischwirtschaft, Weinbau, Direktvermarktung. Der Tag des offenen Hofes in Mecklenburg-Vorpommern ist eine Aktion des Bauernverbandes MV und des Ministeriums für Klimaschutz, Landwirtschaft, ländliche Räume und Umwelt.

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