Klare Unterstützung für Nachwuchs in der Milchbranche nötig

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Schnellere Genehmigungen, Bestandsschutz und innovative Förderung

„Wir wollen auch morgen noch Milch aus Mecklenburg-Vorpommern trinken können“, sagt Hans-Peter Greve zum „Tag der Milch“ am 1. Juni 2026. Wenn sich die Rahmenbedingungen im Land jedoch nicht ändern, gehe der Trend weiter steil bergab. Jahr für Jahr gibt es in MV weniger Milchkühe. Überbordende Bürokratie beim Stallbau, immer neue Auflagen und stark schwankende Marktpreise machen den Milchbauern zu schaffen. „Wenn sich nichts ändert, geben wir diese Branche zum Abwracken frei“, warnt Hans-Peter Greve. Der Landwirt bewirtschaftet seit fast zwanzig Jahren den Milchhof in Rodenwalde. Die Zeitspanne vom ersten Antrag bis zum genehmigten Stall ist seither von wenigen Monaten auf mehrere Jahre angestiegen und hat sich damit mehr als verzehnfacht. „Das ist gigantischer Wahnsinn. Und einer der wichtigsten Gründe dafür, warum die Zukunft der Milchviehhaltung in MV auf dem Spiel steht.“ An Nachwuchs mangele es der Branche nicht. Viele junge Menschen haben das Know-How und große Lust, Milchkühe zu halten und Milch zu produzieren, so Greve.
„Wir müssen dafür sorgen, dass diese Junglandwirte nicht spätestens beim ersten Bauantrag ihre Pläne verwerfen. Wir brauchen schnellere Genehmigungen, praxisnahe Übergangsregelungen und einen Bestandsschutz für Altanlagen“, so der Vorsitzende des Fachausschusses Milch im Bauernverband MV.
Am „Tag der Milch“ sind bisher führende Vertreter der Branche und der Politik aus MV zum agrarpolitischen Gespräch zusammengekommen, um gemeinsam die brennenden Handlungspunkte zu benennen und Lösungen anzuschieben. „Dass die Politik in diesem Jahr keine Zeit für uns hat, halte ich für ein schwieriges Signal.“ Insbesondere bei der Landesbrandordnung bestehe großer Rede- und Handlungsbedarf. „Sie sorgt dafür, dass wir wirtschaftlich sinnvoll keine Ställe mehr bauen können“, warnt der Fachausschuss-Vorsitzende und fordert: „Die Rinderhaltung muss aus der Landesbrandordnung ausgeklammert werden.“ Auch die neue Premiumförderung, nach der nur noch Ställe mit Auslauf gefördert werden, torpediert eine stabile Milchviehhaltung im Land. Um die Milchkuh-Zahlen in MV stabil zu halten, müssten jährlich 5000 neue Kuhplätze entstehen. Faktisch sinkt die Zahl jedoch sogar unter 1000. Hans-Peter Greve wünscht sich deshalb klare und laute Unterstützung für Landwirtinnen und Landwirte, die in die Milchviehproduktion investieren. „Und da müssen auch die Molkereien mit ins Boot“, so Greve. Als Mitglied der der „Global Dairy Farmer“ hat er zahlreiche Modelle aus Australien und Amerika kennengelernt. „Auch die Molkereiwirtschaft muss sich Gedanken machen, wie die Betriebe nachhaltig wirtschaften können“, sagt Hans-Peter Greve. „Wir brauchen innovative Ideen, damit die Milchproduktion in MV bestehen kann.“  

Milchkühe in Mecklenburg-Vorpommern

Zum Stichtag 5. Mai 2025 lag laut Statistischem Amt MV der Bestand bei den Milchkühen bei 145.577 Tieren. Im Vergleich zum Vorjahr sank die Zahl der Milchkühe damit um 1,2 Prozent. 2023 waren es noch 149.200 Milchkühe, in 2022 noch 151.400 Tiere, in 2021 waren es 153.153 Milchkühe. Seit 2014 ist der Milchkuhbestand in Mecklenburg-Vorpommern stetig gesunken, von 182.508 in 2014 um rund 20 Prozent auf 145.577 Tiere gesunken. Damit hat das Land in den vergangenen Jahren fast 37.000 Milchkühe verloren.
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