15 Junglandwirtinnen und Junglandwirte aus MV haben am 8. Juni aktuelle Agrarthemen diskutiert.
Im Gespräch mit Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus standen die Fragen und Anliegen der jungen Generation im Mittelpunkt – von wirtschaftlichen Rahmenbedingungen über TA-Luft; Zukunftsperspektiven für Biogasanlagen; Flächennutzungsstrategien; Pflanzenschutz; CO2-Zertifikaten bis hin zur Gemeinsamen Agrarpolitik.
Junglandwirt Patrick Gildemeister formulierte seine Sorgen um die aktuelle wirtschaftliche Situation sehr eindringlich.
"Es ist doch vor allem unsere Leidenschaft für den Beruf, die aktuell die Betriebe noch am Laufen hält. Die Wirtschaftlichkeit tut es nicht. Wir haben Leistungen aus der zweiten Säule vom Jahr 2025 immer noch nicht bezahlt bekommen. Wie sollen wir das in so einem Jahr - mit derartig hohen Dieselpreisen - noch stemmen?"
Minister Backhaus betonte in seinen Ausführungen, dass sich das Land Mecklenburg-Vorpommern gegen Kappung und Degression einsetzen wird. "Jeder Hektar ist gleich viel wert", so Backhaus. Er wolle sich zudem für die Kreislaufwirtschaft, Tierhaltung und Veredlung im Land einsetzen. Darüber hinaus betonte der Landwirtschaftsminister, dass sich Umweltleistungen für Landwirte lohnen müssen und dass er als aktuelles Thema die "Nutzung der Moore mit optimaler Wertschöpfung" fokussiert.
Zur Thematik "Pflanzenschutz" erklärte Dr. Backhaus, dass er eine Reduktion von Pflanzenschutzmitteln anstrebt, es jedoch für wichtig hält, einen gezielten Pflanzenschutz umzusetzen. Außerdem müsse die Nutzung bestimmter Wirkstoffe vereinfacht werden.
Junglandwirt Nils Bredenkamp betonte, wie wichtig die Wettbewerbsfähigkeit der Betriebe sei.
"Wir müssen Wettbewerbsgleichheit in Europa schaffen. Die Ausgleichzahlungen müssen vollständig beim Landwirtschaftsbetrieb ankommen und dort bleiben. Wir müssen uns für ein geeintes Europa und für steuerfreie Ausgleichzahlungen einsetzen."
Für Junglandwirt Carl Oevermann war die Nutztierhaltung und die Schlachthofsituation besonders wichtig. Als Schweinehalter verdeutlichte er, wie wichtig ein regionaler Schlachthof mit entsprechend hohen Kapazitäten für die Zukunft der Nutztierhaltung im Land ist.
Mit Blick auf die EU-Politik verwies Minister Backhaus auf die "CRCF-Richtlinie". Die Richtlinie ist Bestandteil der EU-Klimaziele und verfolgt das Ziel, Treibhausgasemissionen nachhaltig zu verringern.
"Das solltet ihr euch anschauen. CO2-Bindung sowie Humusbildung auf Acker- und Grünland wird künftig einen zentralen Stellenwert bekommen. Wir sollten hier in die Vorreiterrolle gehen. Das ist eine garantierte Einnahmequelle für die nächsten Jahrzehnte."
Im Anschluss an den Minister-Talk in den Räumlichkeiten des Ministeriums folgte der Austausch mit Bauernpräsident Karsten Trunk auf dem Betriebsgelände der Agp Lübesse. Der Präsident gab u.a. Einblicke in aktuelle agrarpolitische Diskussionen rund um die Themen GAP und Düngeverordnung und berichtete von den vielzähligen Gesprächen und Verhandlungen in Schwerin, Berlin und Brüssel, in denen der Bauernverband die Interessen der Landwirtschaft und des ländlichen Raumes vertritt.
Zum Abschluss öffnete die Agp Lübesse ihre Stalltore & -Fenster. Geschäftsführer Stefan Riemer stellte die Milchvieh- und Geflügelhaltung vor und zeigte, wie moderne Landwirtschaft in der Lewitz-Region tagtäglich gelebt wird.