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10.05.2022

Wolle Petry: Der „Winterpelz“ kann ab

S. Firnhaber - bearbeitet von S. Selig

Ob klein oder groß, weiß, braun oder schwarz. Schafe sind in vielen Regionen noch bekannte „Nachbarn“ auf dem Land. In Deutschlands ländlichen Nachbarschaften kann man über 40 verschiedene Schafrassen antreffen. Schafe werden bereits seit vielen hundert Jahren von Menschen gehalten und gezüchtet, denn sie liefern uns Fleisch, Fett, Wolle und auch Milch. Darüber hinaus werden die wolligen Tiere heutzutage ebenso gern zur Landschaftspflege beispielsweise auf Deichen eingesetzt – als tierische Rasenmäher sozusagen. Dabei stellen die unterschiedlichen Rassen auch verschiedene Ansprüche an ihre Haltungs- und Lebensbedingungen. So müssen viele (nicht alle) Schafrassen regelmäßig, das heißt ein- oder zweimal im Jahr geschoren werden. 


Zeit für einen Haarschnitt

Der perfekte Schurzeitpunkt kann dabei variieren. Kleinere Schafherden erhalten meist im Mai, nach der sogenannten „Schafskälte“ eine neue „Kurzhaarfrisur“. In größeren Betrieben oder bei Wanderschäfern werden die Tiere oft bevor sie im Winter in den Stall kommen oder vor der Geburt ihrer Lämmer geschoren. Einige Schäfer scheren im Hochsommer, damit die Wolle im Winter nicht zu lang ist und gut gegen Nässe und Kälte schützt. Denn zu lange Wolle scheitelt sich auf dem Rücken und bietet keinen guten Schutz mehr. Für das Schaf ist lange Wolle kein Problem, solange die Hygiene gegeben ist, d.h. das Schaf noch gut sehen kann und z.B. keine Verschmutzungen um den After auftreten. Bei Bedarf wird dann zwischenzeitlich an diesen Stellen die Wolle eingekürzt. 
An heißen Frühlings- oder Frühsommertagen verstecken sich frisch geschorene Schafe gern vor der Sonne und ziehen sich in den Schatten zurück. Da Wolle gegenüber Kälte und Hitze isoliert, kommen ungeschorene Schafe dann, hingegen häufiger Spekulationen, in der Regel besser mit besonders hohen (oder niedrigen) Temperaturen zurecht. Neben dem Temperaturempfinden bei Wetterextremen, stellt auch ein möglicher Sonnenbrand bei sehr sonnigem Wetter kurz nach der Schur ein Risiko dar. Auch späte, unerwartete Kälteeinbrüche können geschorene Schafe frieren lassen. Für ein optimales Wohlbefinden der Tiere warten Schafhalter daher gern auf ein stabiles, mildes Wetter bis es zum Wollschnitt kommt. 


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