Die Landwirte in MV ernähren auch Dich.
Ein Landwirt ernährt heute 145 Personen
02.05.2018

Rückblick 2017

In 11 Vorstandssitzungen haben wir uns neben dem Tagesgeschäft und individueller Belange unserer Mitglieder unter anderem den Themen EU-, Bundes- und Landesagrarpolitik, Arbeits- und Fachkräftesicherung, Agrarstruktursicherungsgesetz, neue Düngeverordnung, Agrarantragstellung, Wolf, Pflege und Unterhaltung der Gewässer 1. und 2. Ordnung sowie Öffentlichkeitsarbeit gewidmet, welche sich in den folgenden Ausführungen immer wiederfinden, um dafür zu sorgen, dass mit uns und nicht über uns gesprochen wird.

Darüber hinaus haben wir uns auf den Sitzungen vereinzelt mit Gästen zu verschiedenen Themen verständigt, um in der Sache weiter nach vorne zu kommen. Als Beispiel sei hier ein Austausch mit den Geschäftsführern der Wasser- und Bodenverbände unseres Verbandsgebiets genannt.

 

Unsere jährliche Mitgliederversammlung war mit 100 Teilnehmern gut besucht. Auf der Tagesordnung standen der Rechenschaftsbericht des Vorstandes über das Jahr 2016 sowie ein intensiver und konstruktiver Austausch mit dem Staatssekretär Dr. Jürgen Buchwald, der Amtsleiterin Dr. Regina Rinas, der Vorsitzende des Agrarausschusses des Landtages Elisabeth Aßmann und unseres Bauernpräsidenten Detlef Kurreck zu aktuellen Geschehnissen der Landwirtschaft.

Die Nachhaltigkeit dieser Zusammenkünfte zeigen, wie wichtig es ist, gemeinsam für die Belange des Berufsstandes einzustehen.

 

Um den ständigen neuen Herausforderungen gegenüber gewappnet zu sein, führten wir für unsere Mitglieder 4 Infoveranstaltungen mit Fachreferenten zu den Themen neu zu führende Wirtschaftsdüngerdatenbank, Besonderheiten der Agrarantragstellung, neue Düngeverordnung und Gewässersysteme in unserer Region in Verbindung mit Witterungseinflüssen durch.

 

An drei Terminen fanden in der Winterzeit in den Regionen Eldena, Grabow und Redefin unsere beliebten Klönschnackabende statt, die intensiv genutzt wurden, um sich besser kennen zu lernen, aktuelle Themen zu besprechen und neue Aktionen ins Leben zu rufen.

 

Anlässlich der Internationalen Grünen Woche in Berlin beteiligten wir uns an der Demo „Wir machen euch satt“ unter dem Motto „Dialog statt Protest! Redet mit uns statt über uns!“. Diese wurde durch regionale Aktionen deutschlandweit ergänzt, um mehr Aufmerksamkeit zu erlangen. So auch in Mecklenburg-Vorpommern, wo wir in der Marienplatz-Galerie Schwerin über Frühstücksgespräche mit den Verbrauchern über die moderne Landwirtschaft und die Nahrungssicherung gesprochen haben.

Diese Aufklärungsarbeit brachte uns viel Zustimmung und ein gutes Medienecho ein.

 

Beim traditionellen Pflügerwettbewerb Westmecklenburg, der 2017 in Gadebusch stattfand, stellten bei traumhaftem sonnigen Wetter wieder zahlreiche Pflüger, darunter auch die beliebten Oldtimer-Pflüger, vor den Augen mehrerer Tausend Besucher ihr Können unter Beweis.

 

Die Auftaktveranstaltung unseres Landkreises zum Girls Day 2017 wurde Dank unseres Engagement erstmals in einem Landwirtschaftsbetrieb durchgeführt.

Dies gab uns die Gelegenheit, das Image der landwirtschaftlichen Berufe ins gerade Licht zu rücken sowie junge Menschen für unseren Beruf zu gewinnen und brachte uns gleichzeitig ein großes Medienecho ein.

 

Die Auszubildenden von heute sind unsere Fachkräfte von morgen. Die berufliche Orientierung, das Erlangen und Festigen von Fachwissen, aber auch die persönliche Weiterentwicklung und der Austausch mit Berufskollegen sind dabei von großer Bedeutung.

Vor diesem Hintergrund in diesem Jahr der erste Azubistammtisch in unserem Verbandsgebiet statt, den wir, wenn möglich, auch dauerhaft etablieren wollen.

 

Zum ersten Wolfsmahnfeuer, was zugleich auch das erste in Mecklenburg-Vorpommern und das erste länderübergreifende war, luden wir nach Steesow ein. Unterstützt wurden wir dabei von unseren Nachbarverbänden Parchim und Prignitz.

Mit Jagdhornbläsern eingeläutet, zündeten wir nach den Redebeiträgen zu unseren Forderungen gemeinsam das Feuer an und demonstrierten für mehr Regulierung im Umgang mit dem Wolf.

Wir sehen die Politik in der Pflicht, klare verlässliche Regelungen zu schaffen, kurzfristig die unbürokratische Entnahme von Problemwölfen und langfristig die Bejagung zu ermöglichen. Der Verlust von Weidetieren ist Schaden genug, aber das gleichzeitige Warten Betroffener auf zugesagte Entschädigung, oft monatelang, ist inakzeptabel.

Auf der Nordjob-Ausbildungsmesse konnten wir Dank der vielfältigen Aus-, Weiterbildungs- und Studienmöglichkeiten in den Grünen Berufen zahlreiche intensive Gespräche führen und für interessierte Schüler aus den Landkreisen Ludwigslust-Parchim und Nordwestmecklenburg sowie der Stadt Schwerin den für sie passenden Entwicklungsweg in der Landwirtschaft aufzeigen.

So bleibt zu hoffen, dass sie nach Beendigung der Schule auch tatsächlich ihren Weg zu uns finden und vor allem auch bleiben.

 

Im Hinblick auf die Bundestagswahl führten wir gemeinsam mit unseren Nachbarverbänden Nordwestmecklenburg und Parchim einen Parlamentarischer Abend durch, zu dem alle Parteien ihre Direktkandidaten und/oder einen Agrarexperten entsandten. Jeder Partei stand ein kurzes Eingangsstatement zu für uns wichtigen Themen (u.a. Naturschutzauflagen, GAP nach 2020, Wolf) zur Verfügung. Anschließend folgte eine rege Diskussion nicht nur auf dem Podium, sondern auch mit den Zuschauern.

 

Nachdem uns und den Lübtheener 2002 das Hochwasser einen Strich durch die Rechnung machte, fand das lang ersehnte Kreiserntefest zum ersten Mal in der Stadt Lübtheen statt.

Der Festumzug, der sich vom Festplatz durch die Innenstadt von Lübtheen und wieder zurück zum Festplatz bewegte, war die Krönung des diesjährigen Kreiserntefestes. Tausende Besucher und über 300 Mitwirkende begleiteten den kilometerlangen Umzug durch die buntgeschmückten Straßen bei herrlichstem Sonnenschein. 53 Schaubilder - ob Pferdekutschen und Kremser, Traktoren mit einmalig schönen Erntewagen, alte und neue Erntetechnik oder Trachtengruppen - erfüllten diesen großartigen Festumzug mit Leben. Anschließend wurden im Festzelt die besten Erntekronen und Erntewagen prämiert.

Ein umfangreicher Bauern- und Handwerkermarkt sowie abwechslungsreiches Unterhaltungsprogramm für Jung und Alt rundeten den Tag ab.

Der Trubel setzte sich am Abend nahtlos fort. Der Ernteball begann unter tobenden Applaus mit einem Showprogramm und Grußworten. Anschließend räumten die Besucher das rustikale Büfett leer, bevor sie das Tanzbein bis in den frühen Morgen schwangen.

Mit 10.000 Besuchern war es eines der am besten besuchten Kreiserntefeste.

 

Last but not least: Das Thema Starkniederschlagsereignisse in Verbindung mit der Pflege und Unterhaltung der Gewässer 1. und 2. Ordnung beschäftigte uns von Mitte des Jahres an und es dauert bis heute an. Von Einzelgesprächen mit diversen Beteiligten wie z.B. den Wasser- und Bodenverbänden und Entscheidungsträgern wie z.B. den Naturschutzbehörden bis hin zum Landwirtschaftsminister, über Vorortbegehungen u.a. mit Landwirten und Abteilungsleiterinnen des Ministeriums, bis hin zu kleineren und größeren Gesprächsrunden u.a. auch mit den Akteuren aus Niedersachsen oder im Ministerium haben wir alle Hebel in Bewegung gesetzt, um hier unseren Landwirtinnen und Landwirten zu helfen.

Unsere Forderungen sind klar: Die kurzfristige Entnahme von Inseln und Anlandungen, die Grundräumung der Gewässer 1. und 2. Ordnung sowie langfristig ein intelligentes und nachhaltiges Management der Wasserführung sind überall ein Muss, um weiterhin auf den Flächen wirtschaften zu können.

Von folgenden Ergebnissen kann bisher gesprochen werden:

  1. Für die Sude wurde ein Gewässerpflege- und -entwicklungsplan erstellt, für dessen Umsetzung auch ein vorzeitiger Beginn beantragt und genehmigt wurde.
  2. Die Rögnitz hat auf Seiten Niedersachsens eine Einstufung in die Prioritätenklasse 4 bekommen, was Förderfähigkeit bedeutet.
  3. Es wird entlang von Kilometer 0-22 der Rögnitz eine Echolotung durchgeführt. Die Verträge dazu sind bereits unterschrieben. Die dafür beauftragte Firma biota wartet darauf, dass die natürlichen Voraussetzungen (Erkennbarkeit des Gerinnes) die Echolotung zulassen, so dass unmittelbar nach Vollzug eine Auswertung erfolgen kann und daraus folgende Maßnahmen beginnen können.
  4. Bis zum Sommer 2018 werden die Weichen für die Verwaltungsvereinbarung zwischen MV und NDS sowie die Umsetzung des hydraulischen Gutachtens der Rögnitz gestellt.

Um den Druck auf das Thema permanent aufrechtzuerhalten, haben wir eine ständige Berichterstattung über diverse Medien organisiert.