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16.07.2020

Ostdeutsche Bauernpräsidenten wenden sich an Ministerin Klöckner

BPA; Steffen Kugler

Die ostdeutschen Bauernverbände wandten sich Anfang dieser Woche mit einem gemeinsamen Brief an Bundeslandwirtschaftsministern Julia Klöckner. Sie kritisieren darin den Entwurf des Ministeriums, der die Ausweisung mit Nitrat belasteter und eutrophierter Gebiete in einer Allgemeinen Verwaltungsvorschrift (AVV) regeln soll.
Die Bauernverbände von Sachsen-Anhalt, Sachsen, Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Thüringen beanstanden, dass der Entwurf die besonderen geographischen und klimatischen Gegebenheiten der östlichen Bundesländer als Trockenregionen unberücksichtigt lässt.  Diese sind geprägt von großen Gebieten mit Niederschlägen unter 500 Millimeter im langjährigen Jahresmittel und einer negativen klimatischen Wasserbilanz. Dass heißt, es verdunstet mehr Wasser als es Niederschläge gibt.

Der Modellierungsansatz des Bundeslandwirtschaftsministeriums bezieht sich jedoch auf das Sickerwasser, also das tatsächlich den Boden durchdringende Wasser. Bei einer negativen klimatischen Wasserbilanz fehlt dieses Wasser nahezu, mit dem Risiko hoher – nur modellierter – Nitratkonzentrationen im Sickerwasser.
Dieser Fakt hätte die Ausweisung großflächiger sogenannter „roter Gebiete“ mit starken Restriktionen bei der Bewirtschaftung zur Folge.

Deshalb fordern die Bauerpräsidenten der fünf Landesverbände Bundeslandwirtschaftsministerin Klöckner auf, die Trockengebiete in der AVV stärker als im bisherigen Entwurf zu berücksichtigen. „Es darf zu keiner ungerechtfertigten Benachteiligung aufgrund zufälliger klimatischer Bedingungen kommen. Wir teilen die Position des Deutschen Bauernverbandes und sehen unsere Aufforderung als Bekräftigung.“, sind sich die ostdeutschen Bauernpräsidenten einig.