Die Landwirte in MV ernähren auch Dich.
Ein Landwirt ernährt heute 145 Personen
05.12.2018

Mehr Interessierte als Anträge

Der Vorstand der neuen Landfrauen-Ortsgruppe in Kloster Tempzin: (v.l.n.r.) Doreen Reimann, Gisela Hoffmann, Dörte Brinkmann, Gudrun Teude.
Michael Beitien

Was Engagement im Ehrenamt in einer Gemeinde bewirken kann, zeigt ein aktuelles Beispiel aus Kloster Tempzin (Landkreis Ludwigslust-Parchim). In nur knapp zehn Monaten haben hier fünf tatkräftige Frauen eine Ortgruppe des Landfrauenverbandes gegründet und damit jede Menge frischen Wind in die Gemeinde gebracht. Mitbegründerin und Vorstandsmitglied Dörte Brinkmann lässt für die Verbandsnachrichten dieses Jahr noch einmal im Zeitraffer durchlaufen.

Seit einem halben Jahr ist die Ortsgruppe der Landfrauen in Kloster Tempzin aktiv. Was haben die Mitglieder in dieser Zeit auf die Beine gestellt?
Wir haben schon eine ganze Reihe Veranstaltungen organisiert. Im Spätsommer bastelten wir beispielsweise gemeinsam Getreidekränze, bei einem anderen Treffen ging es um das Thema Vollwertkost. Großen Zuspruch fand auch der Vortrag über Vorsorgevollmachten.
Und gerade erst vor einigen Tagen haben wir mit den Kindern im Ort Plätzchen gebacken. Jeder konnte am Ende des Nachmittags eine kleine Tüte mit Gebäck nach Hause nehmen. Die Mädchen und Jungen waren total begeistert. Und wir Landfrauen freuten uns über die leuchtenden Kinderaugen.

Wie entstand eigentlich die Idee, eine Landfrauen-Ortsgruppe zu gründen?
Wir waren fünf Frauen, die sich einmal im Monat getroffen haben, um gemeinsam etwas zu unternehmen. Mal ging es ins Kino, mal sind wir essen gegangen, mal haben wir nur geklönt. Irgendwann stand die Frage im Raum, ob wir nicht einen Frauenverein gründen wollen. Wir dachten, dass auch andere Frauen Freude an gemeinsamen Unternehmungen haben könnten. Das war im Februar.

Soweit die Idee. Wie ging es weiter?
Bei uns im Ort ist die Landjugend sehr aktiv. Zu den jungen Leuten haben wir Kontakt aufgenommen, um einfach mal zu hören, wie es dort so läuft. Dann knüpften wir Kontakt zum Landfrauenverband und führten weitere Gespräche. So nahm das Projekt Schritt für Schritt Form an.

Sie waren zu diesem Zeitpunkt aber immer noch fünf Frauen. Heute zählt der Ortsverein 45 Mitglieder. Wie haben Sie das gemacht?
Im Februar hatten die Initiatorinnen Flyer in der Gemeinde verteilt und interessierten Frauen zu einer ersten Informationsveranstaltung eingeladen. Wir rechneten mit fünf maximal zehn Gästen. Am Ende saßen 20 Frauen im Saal. Dabei hatten wir den Termin echt ungünstig gewählt. Denn am gleichen Abend traf sich auch die Frauensportgruppe im Ort. Also haben wir einen zweiten Termin angesetzt, der wieder auf enormes Interesse stieß.  Die Vereinsgründung war dann nur noch eine Frage der Zeit.

Und wie kam Leben in den Verein?
Irgendwie war  es so, als ob die Frauen nur auf diese Gelegenheit gewartet hätten. Es gab viele Ideen und – was noch viel besser war – viele Frauen, die auch aktiv wurden. Als erstes haben wir eine Landfrauenparty organisiert, um einander besser kennenzulernen. Unser Ort ist nicht sehr groß und fast alle kennen sich vom Sehen. Aber die persönlichen Kontakte waren im alltäglichen Stress, den jeder hat, irgendwie verkümmert. Jetzt entdecken wir gemeinsame Interessen neu und das Zusammengehörigkeitsgefühl in der Dorfgemeinschaft wird größer.

Bei allem Elan der Frauen gab es für den neu gewählten Vorstand des Vereins sicherlich auch einen Berg Arbeit. Ehrenamtliche Arbeit, die Zeit kostet.
Das ist richtig. Aber bei den ganzen praktischen Dingen packen wirklich viele Vereinsmitglieder mit an. Es verteilt sich also alles auf viele Schultern. Und zum Glück haben die Mitglieder des Vorstands auch die Unterstützung ihrer Familien.

Was war bislang ihr schönstes Erlebnis im Ehrenamt?
Das war schon die Begeisterung der Frauen auf der ersten Informationsveranstaltung. Alle Frauen  wollten am Ende alle einen Aufnahmeantrag mitnehmen. Wir hatten gar nicht so viele Ausdrucke dabei und mussten schnell zusätzliche Kopien besorgen. Dieser enorme Zuspruch macht mich noch heute sprachlos.