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04.09.2020

Dem Wolf endlich Grenzen setzen

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Mehr Rudel, mehr Welpen, mehr Risse – dem Wolf müssen im Land endlich Grenzen gesetzt werden. Das fordert der Vizepräsident des Bauernverbandes MV, Dr. Manfred Leberecht, anlässlich des „Tages der offenen Weide“ am Sonntag (6. September).

Der Aktionstag würdigt die Weidehaltung von Schafen, Ziegen und Rindern als artgerechte Form der Tierhaltung, als Beitrag zur Pflege der Kulturlandschaft und als wesentlichen Bestandteil der Produktion von besonders zartem, hochwertig marmorierten und Omega-Fettsäuren-reichem Fleisch. Durch die Ausbreitung des Wolfes ist die Weidetierhaltung jedoch in ihrer Existenz bedroht.

„In einer Kulturland­schaft wie der unseren kann sich der Wolf nicht einfach unge­hindert ausbreiten. Da müs­sen wir die Zügel anziehen“, so Dr. Manfred Leberecht. „Wenn ernste Schäden entstehen und der DNA-Nachweis erbracht ist, muss es die Möglichkeit zum schnellen Entscheiden und Han­deln geben“, erklärt der Vizeprä­sident. Er sieht hier das Land auf Bundesebene und in der EU in der Pflicht. „MV sollte sich dafür engagieren, dass der Wolf in Anhang V der FFH-Richtlinie kommt. Einer muss endlich den Antrag stellen.“

Darüber hinaus müsse der Wolf ins Jagdrecht aufgenommen werden, um wie bei anderen Wildtieren auch eine Hege und Pflege zu ermöglichen. Außerdem sei essentiell, dass ein Wolfsmanagementplan tatsächlich auch den Wolf managt – und sich nicht nur auf Monitoring, Prävention und Herdenschutz beschränkt. Und schließlich fordert Dr. Manfred Leberecht eine Anerkennung für den Mehraufwand, der Weidetierhaltern durch Schutzmaßnahmen gegen den Wolf entsteht.

„Keiner zahlt einen zusätzlichen Wolfstaler, um die Kosten zu decken. Deshalb muss es einen gesellschaftlichen Ausgleich geben.“ 

Das Wolfsmonitoring im Land weist derzeit 11 Rudel mit 21 Welpen und damit einen deutlichen Anstieg gegenüber dem Vorjahr mit 8 Rudeln nach. Bis Anfang September gab es 56 Rissvorfälle, bei denen 202 Nutztiere getötet und 59 verletzt wurden, was laut Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt ebenfalls einen erheblichen Anstieg darstellt. Wolfsvorkommen wurden in den Regionen Jasnitz, Grabow, Kaarzer Holz, Retzow-Jännersdorfer Heide, Nossentiner Heide, Müritz-Nationalpark, Löcknitz und Torgelow, sowie neuerdings in Laasch, Billenhagen und Eichhorst bestätigt.