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08.01.2020

Bauernpräsident Kurreck: Im Jahr 2020 geht es um die Zukunft des Agrarlandes Mecklenburg-Vorpommern

Mit Zuversicht ist der Bauernverband Mecklenburg-Vorpommern in das Jahr 2020 gestartet. Doch die Herausforderungen, vor denen die Landwirte im Land stehen, sind groß.

„Nach dem zweiten Dürre-Sommer ist die wirtschaftliche Situation vieler Landwirtschaftsbetriebe sehr angespannt. Auch die aktuellen agrarpolitischen Entscheidungen der Bundesregierung sorgen für großen Unmut bei den Landwirten“, sagte Detlef Kurreck, Präsident des Bauernverbandes Mecklenburg-Vorpommern auf der Pressekonferenz des Verbandes zum Jahresauftakt. „ Im Jahr 2020 geht es um die Zukunft des Agrarlandes Mecklenburg-Vorpommern.“

Um die aktuelle Verunsicherung zu lösen, erwarten die Landwirte mehr fachliche Fundierung bei den politischen Rahmenbedingungen. Das gilt für die erneute Novelle der Düngeverordnung, die Umsetzung des Aktionsprogrammes Insektenschutz und die Erarbeitung einer nationalen Nutztierhaltungsstrategie – einschließlich baurechtlicher Vereinfachungen.

„Im Natur- und Gewässerschutz setzen wir auf kooperative Lösungen statt Verbote“, betont der Bauernpräsident. „Hier verlangen wir von der Politik einen Kurswechsel.“

Auf EU-Ebene gehen die Verhandlungen um die Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik und den mehrjährigen Finanzrahmen 2021 bis 2027 in die entscheidende Phase. National wird von Bund und Ländern der GAP-Strategieplan vorbereitet. Der europäische Green Deal der neuen EU-Kommission wird für intensive agrarpolitische Diskussionen sorgen, vor allem die „Farm-to-Fork“-Strategie, die Biodiversitätsstrategie und ein geplanter Null-Schadstoff-Aktionsplan für Luft, Wasser und Boden.

Bauern setzten ihre Proteste fort

Die zahlreichen Bauernproteste in den vergangenen Wochen haben deutlich gemacht: Viele Landwirte fürchten angesichts der von ihnen geforderten Veränderungen um die Zukunft ihrer Betriebe. Im Umfeld der Internationalen Grünen Woche (17. bis 26. Januar 2020) in Berlin haben deshalb verschiedene Organisatoren die Landwirte zu weiteren Kundgebungen aufgerufen.

„Der Bauernverband Mecklenburg-Vorpommern unterstützt das Anliegen, das die Initiatoren dieser Proteste verfolgen“, sagt Bauernpräsident Kurreck. „Hier geht es um existenzielle Fragen, die alle Landwirte betreffen. Deshalb sehen wir die Demonstrationen als ein deutliches Zeichen der gesamten Branche und ein wichtiges Signal an die Politik.“

Landwirte erfüllen ihre gesellschaftliche Aufgabe

Trotz der schwierigen Bedingungen haben die Landwirte allen Grund, auf ihre Arbeit stolz zu sein. „Wir Landwirte erfüllen unsere gesellschaftliche Aufgabe und versorgen die Bevölkerung mit bezahlbaren und hochwertigen Nahrungsmitteln“, hebt Detlef Kurreck hervor. In den vergangenen Wochen hätten die Landwirte am Rande der zahlreichen Kundgebungen im Land dafür viel Lob von Verbrauchern bekommen.

„Doch wenn wir die künftigen Herausforderungen in Bezug auf Ernährungssicherheit, Tierwohl, Klimaschutz, Produktion von nachwachsenden Rohstoffen und Erhalt der Biodiversität meistern wollen, müssen die Landwirtschaftsbetriebe wirtschaftlich auf soliden Beinen stehen und die politischen Rahmenbedingungen so gesetzt werden, dass die Landwirte in einem harten internationalen Wettbewerb bestehen können.“

Produktiv und ökologisch

Die Landwirte wollen ihren Beitrag zur Ausgestaltung dieses Prozesses leisten und sich für eine moderne und nachhaltige Landwirtschaft einsetzen.

„Mit Innovationen und neuen Methoden wird es uns gelingen, erfolgreich zu wirtschaften und gleichzeitig die gesellschaftlichen Wünsche nach einer nachhaltigeren Landwirtschaft zu erfüllen“, ist Kurreck überzeugt.

Dazu bräuchten die Landwirte weltweit entsprechendes Know-how und für ihre lokalen Bedingungen passende Technologien. Hierzu zählen insbesondere neueste Entwicklungen im Bereich bodenschonender Technik, innovative Systeme zur Entscheidungsunterstützung, Technik für verlustarme Düngung, ressourcenschonende Pflanzenschutzmethoden sowie innovative Bewässerungssysteme. Auch neue Pflanzenzüchtungen mit angepassten Resistenzeigenschaften werden in der landwirtschaftlichen Praxis dringend benötigt.„Nur mit den Begriffen ökologisch oder konventionell können wir nicht die Landwirtschaft der Zukunft beschreiben“, ist sich der Bauernpräsident sicher. Dafür bedarf es einer intelligenten Kombination von Methoden des Ökolandbaus und der konventionellen Landwirtschaft – auch unter Berücksichtigung ganz neuer Technologien. In Mecklenburg-Vorpommern gebe es bereits eine ganze Reihe von Betrieben, die in diese Richtung Neuland beschreiten.