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28.09.2020

„Ausbildungsbetrieb des Jahres 2020 in Mecklenburg-Vorpommern“ ausgezeichnet

B.Schipke

Die „Ivenacker Eichen“ Produktions- Handels- und Dienstleistungsgesellschaft ist am 28. September 2020 vom Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt Mecklenburg-Vorpommern und dem Landesbauernverband als „Ausbildungsbetrieb des Jahres 2020“ ausgezeichnet worden.  Bauernpräsident Detlef Kurreck und Marion Zinke, Abteilungsleiterin im Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt MV, überreichten Betriebsleiter Daniel Cummerow die Ehrenurkunde und eine Plakette.

Als eines der ersten Unternehmen im Land bildet der Landwirtschaftsbetrieb in Ivenack seit 2005 den Beruf Fachkraft für Agrarservice aus. Der Beruf Landwirt/in wird seit 2013 erfolgreich ausgebildet. Insgesamt 19 Auszubildende führte der Betrieb seit 2005  zum Berufsabschluss.  Jährlich nimmt das Unternehmen ein bis zwei Auszubildende unter Vertrag und bindet sie nach einem Rotationsprinzip in alle Arbeitsbereiche ein. In Zeiten wo alle Branchen nach Lehrlingen „schreien“, gelingt es der  „Ivenacker Eichen“ Produktions- Handels- und Dienstleistungsgesellschaft immer wieder junge Menschen für einen Beruf in der Landwirtschaft zu begeistern, konstatierte Bauernpräsident Kurreck in seiner Laudatio. Denn der Betrieb genieße in ganz Mecklenburg-Vorpommern einen guten Ruf. Geregelte Arbeitszeiten, moderne Technik und die Unterstützung junger Familien machen den Landwirtschaftsbetrieb für junge Menschen interessant und führen zur Verbundenheit unter den Mitarbeitern bis hin zu den Auszubildenden.
Der Ausbildungsbetrieb engagiert sich ehrenamtlich in Prüfungsausschüssen und steht als Ausrichter für praktische Prüfungen zur Verfügung. Das landwirtschaftliche Unternehmen ist in einem umfangreichen Netzwerk der Berufsorientierung eingebunden. Die Türen des Betriebes stehen Besuchern und Praktikanten aus dem In- und Ausland stets offen und ganze Schulklassen sowie auch die örtliche Kita kommen gern zu Betriebsbesuchen.

Die Ehrung für vorbildliches Ausbildungsengagement wird seit 2008 jährlich auf der MeLa für hervorragende Leistungen von Landwirtschaftsbetrieben in der Ausbildung verliehen. Da die Fachausstellung für Landwirtschaft und Ernährung, Fischwirtschaft, Forst, Jagd und Gartenbau in diesem Jahr coronabedingt nicht stattfinden konnte, wurde die Ehrung im Betrieb selbst vorgenommen.

Landwirt – ein Beruf mit viel Verantwortung

Bauernpräsident Detlef Kurreck nutzte die Auszeichnungsveranstaltung, um sich bei allen Landwirtschaftsbetrieben im Land zu bedanken, die sich für die Ausbildung des Berufsnachwuchses engagieren. Die Ausbildungsbetriebe hätten in diesem Jahr besonders unter Beweis gestellt, dass ihnen die Fachkräftesicherung am Herzen liege, so Kurreck. Trotz Covid19-Pandemie und damit verbundener Schulschließung im Frühjahr musste in der Landwirtschaft kein Azubi seine Ausbildung unter- oder abbrechen.

Am 1. September 2020 hat das neue Ausbildungsjahr begonnen. 414 Ausbildungsverträge in den sogenannten „grünen Berufen“ wurden abgeschlossen, nur 44 mehr als im Vorjahr.


„Ich möchte allen Ausbildungsbetrieben für ihr Engagement danken“, so der Bauernpräsident. „Ihr bildet die Landwirte für morgen aus und ebnet damit den Weg in die landwirtschaftliche Zukunft.“ In vielen Betriebe stehe ein Generationswechsel an. Gut ausgebildete Leute sind gefragt. „Wir suchen keine Trecker-Fahrer und Melker. In der modernen Landwirtschaft geht es um die Beherrschung komplexer Arbeitsprozesse“, so Detlef Kurreck.

In kaum einer anderen Branche bediene der Berufsnachwuchs bereits während der Ausbildung  Maschinen mit einem Wert über 100.000 Euro.

Damit die Landwirtschaftsbetriebe ihre Verantwortung in der Berufsausbildung tragen können, müssen jedoch auch die Rahmenbedingungen stimmen. Mecklenburg-Vorpommern setzt als Flächenland auf zentrale Berufsschulstandorte. Um dort hinzukommen, müssen die Auszubildenden zum Teil sehr lange Anfahrtswege in Kauf nehmen. Vor Ort benötigen sie Unterkünfte in Internaten. Diese müssen für die Jugendlichen attraktiv und deren Elternhäuser erschwinglich sein.

„Das kann die Wirtschaft nicht allein mit einer bereits seit Jahren steigenden Ausbildungsvergütung regeln, hier gibt es eine gesamtgesellschaftliche Verantwortung“, betonte Bauernpräsident Kurreck. Auch in Sachen Azubi-Ticket seien andere Bundesländer bereits deutlich weiter als Mecklenburg-Vorpommern.