Feldrunde der Bauernverbände Demmin und Malchin: Zwischen Innovation, wirtschaftlichen Herausforderungen und Zuversicht

Rund 35 Mitglieder der Bauernverbände Demmin und Malchin sowie Vertreter aus Beratung, Agrarhandel und Industrie folgten der Einladung zur diesjährigen gemeinsamen Feldrunde. Ziel der Veranstaltung war es, aktuelle Pflanzenbestände zu besichtigen, fachliche Erfahrungen auszutauschen und Einblicke in unterschiedliche Betriebszweige der regionalen Landwirtschaft zu gewinnen.

Den Auftakt bildete ein gemeinsames Frühstück auf dem Landwirtschaftsbetrieb der Familie Skau in Wackerow. Betriebsleiter Malte Skau stellte den Familienbetrieb anhand ausgewählter Kennzahlen vor, bevor die Teilnehmer die ersten Feldbestände besichtigten.

Im Mittelpunkt stand zunächst ein Weizenbestand der E-Weizensorte Ponticus. Die Sorte zeichnet sich durch einen hohen Proteingehalt aus und erfüllt damit wichtige Qualitätsanforderungen für die Vermarktung als hochwertiger Brotweizen. Die Erzeugung von Qualitätsweizen gewinnt angesichts zunehmend anspruchsvoller Märkte weiter an Bedeutung.

Anschließend wurde der Rapsbestand begutachtet. Dabei entwickelte sich eine intensive Diskussion über die Auswirkungen des Verbots insektizider Beizmittel. Die Teilnehmer waren sich einig, dass der zunehmende Schädlingsdruck die Kultur erheblich belastet. Trotz deutlicher Fortschritte in der Pflanzenzüchtung spiegeln sich diese kaum in den Erträgen wider. Während vor etwa zehn Jahren Erträge von rund 50 dt/ha erzielt wurden, liegen viele Betriebe heute häufig nur noch bei etwa 30 bis 35 dt/ha. Der züchterische Fortschritt werde durch die zunehmenden Schäden im Bestand weitgehend aufgezehrt.

Deutlich positiver präsentierte sich der Gerstenbestand. Die Bestände lassen auf eine gute Ernte hoffen. Gleichzeitig wurde jedoch auf die angespannte wirtschaftliche Situation hingewiesen. Niedrige Erzeugerpreise stehen weiterhin deutlich gestiegenen Kosten für Diesel, Dünger und Betriebsmittel gegenüber. Selbst bei guten Erträgen bleibt die Wirtschaftlichkeit vieler Ackerbaukulturen deshalb unter erheblichem Druck.

Im Anschluss führte die Feldrunde zur Agrargenossenschaft Lindenberg e.G. Geschäftsführer Matthias Franke gewährte den Teilnehmern einen umfassenden Einblick in den modernen Milchviehbetrieb. Im rund sechs Jahre alten Stall sorgen insgesamt zehn Melkroboter (9+1 zum Üben für die Färsen) für einen weitgehend automatisierten Melkprozess. Die ruhige Atmosphäre im Stall sowie das selbstständige Verhalten der Tiere beeindruckten die Besucher. Die Liegeboxen werden mit separierter Gülle eingestreut und bieten den Kühen einen hohen Liegekomfort.

Auch die Zukunft des Betriebes wurde vorgestellt. Der Bau eines neuen Jungviehstalls hat bereits begonnen. Darüber hinaus ist eine Biogasanlage zur Eigenversorgung genehmigt und befindet sich in der Planungsphase. Die Investitionen unterstreichen das langfristige Bekenntnis des Betriebes zur Milchproduktion.

Die nächste Station führte zu den Brüdern Philipp und Erik Franz nach Gnevezow. Im Mittelpunkt standen hier moderne Bodenbearbeitungsverfahren. Die Betriebsleiter stellten ihre Erfahrungen mit dem Strip-Till-Verfahren sowie dem Einsatz unterschiedlicher Einzelkornsämaschinen der Hersteller Köckerling und Mzuri vor. Neben den technischen Aspekten berichteten sie offen über Herausforderungen und Chancen dieser Anbauverfahren.

Besonderes Interesse weckte zudem der Hanfanbau zur Fasergewinnung für das Unternehmen Felde Fibres. Die Kultur befindet sich auf dem Betrieb noch in der Erprobungsphase. Der Hanf wird bereits im Spätsommer ausgesät und verbleibt über den Winter auf dem Feld. Frost trägt dabei zur Verbesserung der Faserqualität bei. Nach mehreren Versuchsjahren soll der Anbau in den kommenden Jahren schrittweise ausgeweitet werden.

Den Abschluss der Feldrunde bildete der Keilerhof Jahns in Hohenbollentin. Betriebsleiter und Vorstandsvorsitzender des Bauernverbandes Demmin, Heiko Jahns, stellte zunächst einen vielversprechenden Erbsenbestand vor. Gleichzeitig machte er deutlich, dass der Anbau wirtschaftlich nur durch die Teilnahme am Förderprogramm „Vielseitige Kulturen“ tragfähig sei. Ohne die Förderung lasse sich mit Erbsen derzeit kaum ein auskömmliches Betriebsergebnis erzielen.

Im anschließenden Zuckerrübenbestand wurde über die bevorstehende Neuvergabe der Liefermengen diskutiert. Mit dem Auslaufen der bisherigen Lieferverträge im kommenden Jahr stehen viele Betriebe vor wichtigen Entscheidungen. Angesichts der aktuellen Marktlage bleibt abzuwarten, welche Bedeutung die Zuckerrübe künftig im Ackerbau behalten wird. Unabhängig davon betonten zahlreiche Teilnehmer ihren hohen Stellenwert für eine ausgewogene Fruchtfolge.

Beim gemeinsamen Grillimbiss fand die diesjährige Feldrunde ihren Ausklang. Die Veranstaltung bot erneut eine wertvolle Plattform für den fachlichen Austausch zwischen landwirtschaftlicher Praxis, Beratung und Agrarwirtschaft. Gleichzeitig wurde deutlich, dass die Betriebe trotz wirtschaftlicher Unsicherheiten und zunehmender regulatorischer Anforderungen weiterhin bereit sind, in Innovationen zu investieren und ihre Betriebe zukunftsfähig weiterzuentwickeln.