Fachseminar führt Junglandwirte aus MV nach Sachsen-Anhalt
Die gewisse Portion Bauchgefühl
Was braucht es, um als Landwirtin und Unternehmerin erfolgreich zu sein? Wie bewährt sich autonome Agrartechnik in der Praxis? Und wie gestaltet sich die direkte Zusammenarbeit mit dem Lebensmitteleinzelhandel aus Sicht eines Gemüseproduzenten? Antworten auf diese und viele weitere Fragen erhielten die Teilnehmenden des Fachseminars für Junglandwirte 2026 während einer dreitägigen Weiterbildungsfahrt durch Sachsen-Anhalt. Insgesamt 36 Junglandwirte aus Mecklenburg-Vorpommern nahmen an dem vielseitigen Programm teil. Der erste Seminartag führte die Gruppe zum Agrarunternehmen Barnstädt. Im Mittelpunkt stand dort die Technologie der Firma NEXAT. Das System basiert auf dem sogenannten „Wide-Span Controlled Traffic Farming“-Verfahren, bei dem sämtliche Arbeitsschritte auf festen Fahrgassen erfolgen. Eine zentrale Trägermaschine bewegt sich auf diesen Spuren und kann je nach Bedarf unterschiedliche Anbaumodule wie Feldspritze, Düngerstreuer oder Erntetechnik aufnehmen. Vor Ort wurde die Technologie sowohl im Betrieb als auch im praktischen Einsatz anschaulich vorgestellt. Philipp Hesse von NEXAT sowie Betriebsleiter Cornelius Möhle, der das System auf rund 1.400 Hektar testet, beantworteten ausführlich die Fragen der Teilnehmenden. Am zweiten Seminartag stand die Besichtigung des Tagebaus Profen auf dem Programm. Mit dem Reisebus und zu Fuß erkundeten die Junglandwirte eines der drei Abbaufelder. Dort werden jährlich bis zu fünf Millionen Tonnen Braunkohle gefördert. Sandra Tieg, Referentin der Geschäftsführung der GALA-MIBRAG-Service GmbH, gab Einblicke in die Abläufe des Tagebaus und beleuchtete zugleich die aktuellen politischen Rahmenbedingungen und Herausforderungen der Braunkohlenutzung in Deutschland. Die dritte Station der Weiterbildung war die Junglandwirte-Tagung des Bauernverbandes und der Landjugend Sachsen-Anhalt unter dem Titel „Mut zur Verantwortung“. Die Veranstaltung bot ehrliche und authentische Einblicke in die Werdegänge von vier sehr unterschiedlichen Unternehmerpersönlichkeiten aus der Agrarbranche. Eine zentrale Erkenntnis aus der Diskussionsrunde: Erfolgreiche unternehmerische Entscheidungen basieren nicht nur auf fundierten Zahlen und einem soliden Liquiditätsplan, sondern erfordern auch eine gewisse Portion Bauchgefühl. Am dritten Seminartag besuchten die Teilnehmenden die Wimex Group. Dort gab es zunächst Einblicke in die Geflügelhaltung, insbesondere in die Elterntierhaltung. Anschließend stand der Gemüseanbau im Fokus. Unter der Marke „Bördegarten“ produziert das Unternehmen unter anderem Radieschen, Salat und Gurken für den Lebensmitteleinzelhandel. Abgerundet wurde der Wimex-Besuch durch den Austausch mit Ackerbauern Jan Pohlmann, der seinen Berufskollegen aus MV den Feldroboter „AgXeed“ in Einsatz mit einer Kreiselegge zeigte. Den Abschluss des Fachseminars bildete der Besuch des Internationalen DLG Pflanzenbauzentrums (IPZ) in Bernburg. Die Leiterin des IPZ, Siv Biada, sowie der Landwirt und DLG-Flächenbewirtschafter Lukas Mißlbeck informierten über den Leguminosenanbau auf dem Trockenstandort und stellten zahlreiche laufende Versuche und Projekte vor. Teilnehmerin Merle Schalla arbeitet im Betriebsmanagement der Agrarservice Nordost GmbH. Durch ihre Teilnahme konnte sie ihr Netzwerk stärken und nimmt neue Motivation vom Fachseminar mit:„Trotz der angespannten Zeit habe ich viele motivierte und mutige Persönlichkeiten kennengelernt. Auch der Blick über den Tellerrand inspiriert mich für meine weitere Arbeit“, so die 23-Jährige.Andreas Wegner ist Betriebsleiter der Agrargenossenschaft und der ALV Crivitz. Er hat bereits mehrere Veranstaltungen von GENERATION F1 genutzt.
„Ich schätze den Austausch mit anderen Teilnehmenden und den Expertinnen und Experten sehr. Die unterschiedlichen Perspektiven bringen mir immer wieder neue Impulse für meinen eigenen Arbeitsalltag.“*Weitere Impressionen vom Fachseminar finden Sie auf unserem Instagram-Account: wirlandwirte_bauernverbandmv Das Fachseminar war ein gemeinsames Angebot von GENERATION F1, der Landjugend Mecklenburg-Vorpommern, dem Bauernverband Mecklenburg-Vorpommern sowie dem Bildungswerk der Landwirtschaft in MV.
Künftig dabei sein
GENERATION F1 ist die Junglandwirte-Initiative des Bauernverbandes Mecklenburg-Vorpommern e. V. Wenn du künftig über die Veranstaltungen und Angebote von GENERATION F1 informiert werden möchtest, dann melde dich bei Referentin Sarah Selig per WhatsApp-Nachricht/Anruf (01701078636) oder per E-Mail (selig@bv-mv.de). Gern kannst du dann künftig in die WhatsApp-Gruppe "Generation F1 (Junglandwirte MV)" auf dem Laufenden bleiben. Die Angebote von GENERATION F1 richten sich an Junglandwirte im Alter von 18 bis ca. 40 Jahren in MV - d.h. junge Führungskräfte, Agrarstudierende, Fachschüler, Hofnachfolger:innen u. v. m. können sehr gern mitmachen. Fragen beantworten wir gern.
Ansprechpartner Referat
Sarah Selig
Referentin der Geschäftsführung












