Bauernverband fordert faire Kostenteilung bei Biber-Schäden

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Effektives Biber-Management notwendig

Wenn der Biber in MV Dämme baut und Schäden entstehen, zahlt die Rechnung zum größten Teil der Landwirt. Der Bauernverband Mecklenburg-Vorpommern fordert daher einen klaren Schritt nach vorn: „Wir brauchen eine faire Verteilung der Kosten, die durch Biberschäden verursacht werden, und ein effektives Bibermanagement“, sagt Emanuel Reim, Vorsitzender des Bauernverbandes Uecker-Randow. Seine Bilanz nach sechs Jahren Biber-Verordnung im Land fällt ernüchternd aus.

„Landwirte fühlen sich mit den Schäden allein gelassen.“

Mehr als 800.000 Euro Schaden durch Biber schlagen pro Jahr zu Buche. Die Wasser- und Bodenverbände erhalten dafür vom Land lediglich 300.000 Euro, Landwirte werden nicht entschädigt.

Die Biber-Population in MV nimmt stetig zu und liegt nach Schätzungen der Naturschutzbehörden bei rund 4500 Tieren, rund die Hälfte davon leben im Landkreis Vorpommern-Greifswald. Überall, wo Gewässer sind, hat sich der Biber angesiedelt – Landwirte kämpfen flächendeckend mit Folgeschäden wie gestauten Entwässerungsgräben, vernässten Wiesen und Weiden und Fraßspuren in den Feldfrüchten. Die Biberverordnung ermöglicht theoretisch verschiedene Umgangsstufen mit Bibern, die Schäden verursachen – von der Vergrämung über die Umsetzung bis hin zur Entnahme. Die praktischen Lösungsmöglichkeiten seien jedoch sehr begrenzt. Maßnahmen werden zu spät ergriffen, zeigen keine oder nur temporäre Wirkung und stehen nicht im Verhältnis zu den Kosten, führt Emanuel Reim an.

Eine zielgerichtete Schadensbegrenzung durch die Bejagung des Bibers, wie sie zum Beispiel seit vielen Jahren in Bayern gehandhabt wird, wäre auch in Mecklenburg-Vorpommern ein sinnvoller Ansatz, so der Bauernverband MV. Durch die Schutzbemühungen hat sich der Biber in MV längst so weit verbreitet, dass er nicht mehr gefährdet ist.

„Der Biber muss jetzt im Bestand reguliert werden, um die Schäden einzudämmen“, so Emanuel Reim.

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