Bauernpräsident fordert Senkung der Energie- und CO2-Steuer

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„Es geht um unsere Versorgungssicherheit“

Angesichts massiv gestiegener Energie- und Dieselpreise schlägt Bauernpräsident Karsten Trunk scharfe Töne gegenüber der Politik an: „Die steigenden Dieselpreise gefährden die Ernte und die Stabilität der Betriebe“, warnt er.

„Die bisherigen Maßnahmen greifen offensichtlich nicht, deshalb brauchen wir eine Senkung der Energie- und CO2-Steuer und wirksame Maßnahmen zur Begrenzung weiterer Preissteigerungen.“

Die wirtschaftliche Lage vieler landwirtschaftlicher Betriebe spitze sich zunehmend zu. „Die Realität auf unseren Höfen ist klar: Der Kraftstoffverbrauch lässt sich nicht beliebig senken, jetzt muss das Saatbett bereitet und die Saat ausgebracht werden“ erklärt Karsten Trunk. Mit den laufenden Frühjahrsarbeiten erreichen sowohl Aufgabenlast als auch Dieselverbrauch einen Höhepunkt. Von März bis Juni falle etwa ein Drittel des jährlichen Kraftstoffbedarfs an.

„Landwirtschaft richtet sich nach den Jahreszeiten – nicht nach politischen Debatten“, so Trunk.

Wenn die Maschinen jetzt nichts aufs Feld fahren, gibt es im Sommer keine Ernte. Auch die Nutztierhaltung in MV ist extrem betroffen. „Die Tiere müssen jeden Tag gefüttert, das Grundfutter fürs nächste Jahr produziert werden.“

Seit Beginn des Iran-Krieges seien die Dieselpreise um rund 40 Prozent gestiegen, führt der Bauernpräsident an. Für landwirtschaftliche Betriebe bedeute das zusätzliche Kosten von 50 bis 60 Euro pro Hektar. Hinzu kommen die nahezu verdoppelten Kosten für den Dünger – die Preise für Getreide und Raps reichen bei Weitem nicht aus, um die Steigerungen aufzufangen.

„Diese Entwicklung wird für viele Betriebe existenzbedrohend“, warnt Trunk.

Der Bauernpräsident fordert daher, dass die Bundesregierung den Vorschlägen von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig folgt, die Schwere der Krise erkennt und schnell handelt. „Während andere europäische Länder längst entschlossener reagieren, wird hier weiter diskutiert. Wir brauchen jetzt Entscheidungen – keine weiteren Verzögerungen“, betont Trunk. Dazu zählen insbesondere eine spürbare Entlastung beim Agrardiesel, mehr Planungssicherheit bei Energiepreisen sowie schnelle Liquiditätshilfen für die Betriebe.

Die aktuelle Entwicklung betreffe nicht nur die Landwirtschaft selbst, sondern auch die Verbraucherinnen und Verbraucher. „Wenn die Kosten weiter steigen und Betriebe unter Druck geraten, wird sich das am Ende auch in den Supermarktpreisen widerspiegeln, die allerdings nicht bei den Landwirten ankommen“, so Karsten Trunk.

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