Austausch, Praxiswissen und klare Forderungen

Nebenerwerbsabend UER
Austausch auf Augenhöhe, neue Impulse für den Betriebsalltag und ein Blick auf die Agrarpolitik: Nebenerwerbslandwirte aus Mecklenburg-Vorpommern kommen am Samstag (11. April 2026) zur Frühjahrstagung in Wöbbelin (Landkreis Ludwigslust-Parchim) zusammen. Eingeladen hat der Bauernverband Mecklenburg-Vorpommern – ausdrücklich auch Landwirte ohne Mitgliedschaft. Start ist um 9 Uhr im DEULA-Bildungszentrum Mecklenburg-Vorpommern. Beim Frühstück unter dem Motto „Bauern treffen Bauern“ geht es zunächst ums Kennenlernen, Wiedersehen und Netzwerken. Danach folgt der Sprung in die Praxis: Die Teilnehmer diskutieren aktuelle agrarpolitische Entwicklungen und informieren sich über konkrete Weiterbildungsangebote – vom Motorsägenführerschein bis zum Zaunbau. Ein Rundgang über das Gelände sowie Tipps zur Agrarantragstellung und zu digitalen Anwendungen ergänzen das Programm. Nebenerwerbslandwirtschaft ist längst Alltag in der Branche. Bundesweit wird inzwischen mehr als jeder zweite Betrieb im Nebenerwerb geführt. Diese Höfe bewirtschaften rund 3 Millionen Hektar – fast ein Drittel der landwirtschaftlichen Fläche. Auch in Mecklenburg-Vorpommern prägt diese Betriebsform die Struktur: Mehr als die Hälfte der 2.850 Familienbetriebe wirtschaftet im Nebenerwerb. Insgesamt gibt es 4.725 landwirtschaftliche Unternehmen im Bundesland. Viele dieser Betriebe halten Tiere, oft auch seltene Rassen, und leisten damit einen wichtigen Beitrag zur biologischen Vielfalt. Gleichzeitig stehen sie vor denselben Herausforderungen wie Haupterwerbsbetriebe – allerdings mit weniger Zeit und häufig knapperen Ressourcen. Der Vorsitzende des Arbeitskreises Nebenerwerbslandwirte, Siegfried Martinmaaß, fordert deshalb mehr Fairness:
„Nebenerwerbsbetriebe tragen Verantwortung für Fläche, Tiere und ländliche Räume – oft zusätzlich zu einem Hauptberuf. Trotzdem werden sie bei der Vergabe landeseigener Flächen noch immer zu oft übergangen. Wer Vielfalt in der Landwirtschaft will, muss Nebenerwerbsbetriebe endlich gleichberechtigt behandeln.“
Die Tagung in Wöbbelin soll genau hier ansetzen: Wissen teilen, Kontakte stärken – und dem Nebenerwerb mehr Gewicht in der agrarpolitischen Debatte geben.
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