Die Landwirte in MV ernähren auch Dich.
Ein Landwirt ernährt heute 145 Personen
17.10.2019

Landwirte in MV: Das Agrarpaket nimmt uns die Luft zum Atmen!

B.Schipke

Mehr als 250 Landwirte aus Mecklenburg-Vorpommern haben heute vor dem Schweriner Landtag den Dialog mit den Landtagsabgeordneten gesucht. Ihre Botschaft an die Landespolitiker: Das durch die Bundesregierung geschnürte Agrarpaket nimmt uns die Luft zum Atmen! Wir sind für Insektenschutz mit uns Landwirten. Wir sind für Kooperationen statt Verbote. Wir sind für Artenvielfalt, aber gegen eine praxisferne Auflagenflut.


„Das Agrarpaket bringt eine ganze Flut an Verordnungen über die Landwirte. Sie machen es uns künftig unmöglich, unseren Beruf in der gebotenen Fachlichkeit auszuüben“,

sagte Bauernpräsident Detlef Kurreck auf der Kundgebung.

„Durch die geplanten Einschränkungen im Pflanzenschutz verlieren die Landwirte ihre Arbeits- und Einkommensgrundlage. Wir laufen Gefahr, dass der Strukturwandel so unaufhaltsam voranschreitet und viele Betriebe aufgeben müssen.“

Das habe gravierende Folgen für den ländlichen Raum. Dessen müssen sich die Landespolitiker bewusst sein.
Kurreck verwies darauf, dass die Landwirte in Mecklenburg-Vorpommern bereits jetzt auf fast 400.000 Hektar Ackerfläche Leistungen für die Umwelt erbringen. Das freiwillige Engagement reiche vom Anbau vielfältiger Kulturen (141.000 Hektar) über das Anlegen von Blühflächen und –streifen (7.800 Hektar) bis hin zur ökologischen Bewirtschaftung von rund 170.000 Hektar im Land. Wenn dieser Weg auch künftig fortgesetzt werden soll, brauche es tragfähige Finanzierungskonzepte und nicht die Androhung von Strafen. Das vorliegende Gesetzespaket sei nicht auf seine ökonomischen Folgen gecheckt.

„Wird es so wie geplant umgesetzt, zahlen die Landwirte wieder einmal die Zeche“,

so Kurreck.  


In den Gesprächen mit den Landtagsabgeordneten benannten die Landwirte die konkreten Folgen, von denen sich der Berufsstand im Land durch das geplante Agrarpaket bedroht sieht. So werden in Mecklenburg-Vorpommern rund 700 000 Hektar landwirtschaftlicher Fläche – das entspricht knapp 46 Prozent der gesamten landwirtschaftlichen Nutzfläche – vom geplanten Verbot des Einsatzes von Pflanzenschutzmitteln betroffen sein. Produktivitätsverlust, geringere Erträge und ein nachhaltiger Wertverlust des Bodens sind die unmittelbaren Folgen dieser Gesetzgebung. Zudem wird mit dieser Entwicklung die Wettbewerbsfähigkeit der Landwirte auf dem Weltmarkt aufs Spiel gesetzt.


„Das wird zur Folge haben, dass immer weniger regionale Lebensmittelproduktion in unserem Land stattfindet. Stattdessen wird die Herstellung von Lebensmitteln ins Ausland verlagert. Dort haben wir dann keinen Einfluss mehr auf Tierwohl, Klima- und Naturschutz oder die Lebensmittelqualität“,

sagte Bauernpräsident Detlef Kurreck.  

Unmut ruft auch die vorgesehene Umschichtung der EU-Direktzahlungen von bisher 4,5 auf 6 Prozent hervor. Sie beschert jeder landwirtschaftlichen Arbeitskraft im Land pro Jahr rund 350 Euro weniger Lohn. „Das ist eine staatlich verordnete Einkommenskürzung“, so der Bauernpräsident.