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19.10.2018

Landesregierung muss im Bundesrat dem Wolfs-Antrag zustimmen!

Wolfsriss in der Uecker-Randow-Region Ende April 2017

Die Länder Brandenburg, Sachsen und Niedersachsen bringen am morgigen Freitag den Antrag auf „Entschließung des Bundesrates zum Umgang mit dem Wolf“ ein. Darin wird die Bundesregierung angesichts der dynamischen Entwicklung der Wolfspopulation in Deutschland u.a. dazu aufgefordert, ein Konzept zu erstellen, wie mit einer zukünftig größer werdenden Wolfspopulation umzugehen ist. Dabei sollen auch lokal und regional bestandsregulierende Maßnahmen erwogen werden. Dabei, so der Antrag, seien die Belange der Menschen ebenso wie die besonderen Belange der Tierhalterinnen und Tierhalter bei verschiedenen naturräumlichen Gegebenheiten und Haltungsformen zu berücksichtigen.

Der Bauernverband begrüßt die Initiative der drei, ebenfalls stark vom Wolf betroffenen, Bundesländer.

„Wir Weidetierhalter hätte uns gewünscht, dass auch das Land Mecklenburg-Vorpommern sich an diesem Antrag beteiligen würde. Der Wolf breitet sich auch in Mecklenburg-Vorpommern aus. Der Wolf beeinflusst das Leben der Landmenschen auf vielfältige Wiese. Deshalb dürfen sich unsere Politiker nicht davor scheuen, das Zusammenleben mit dem Wolf aktiv zu gestalten“, sagt Manfred Leberecht, Vize-Präsident des Bauernverbandes Mecklenburg-Vorpommern und selbst Halter von Mutterkühen.


Der Wolf ist streng geschützt und darf nicht bejagt werden, aber ist der Schutzstatus überhaupt noch angemessen? Das wird bisher alle sechs Jahre überprüft, angesichts der rasanten Populationsentwicklung ist das nicht oft genug. Gab es im Jahr 2011, noch 12 Wolfsrudel, 6 Paare und 4 Einzeltiere, wurden im Jahr 2017 schon 56 Rudel, 19 Paare und 2 Einzeltiere mit insgesamt 215 Welpen bestätigt. Deshalb soll die Bundesregierung jährlich den „günstigen Erhaltungszustand“ überprüfen. Unsere mitteleuropäische Flachlandpopulation der Wölfe ist grenzübergreifend, das muss berücksichtigt werden.

Auch eine Änderung der Förderbedingungen wird gefordert: Während laut EU-Recht bisher nur 80 Prozent der Kosten für Schutzmaßnahmen gefördert werden können, solle die Bundesregierung Verhandlungen mit der EU-Kommission aufnehmen, um Präventions- und Herdenschutzmaßnahmen bis hin zur vollständigen Kostenübernahme durchzusetzen.

„Die extensive Weidetierhaltung ist ein enorm wichtiger Aspekt für die Natur und die Artenvielfalt. Die offene Landschaft ist Lebensraum für Bodenbrüter, Insekten und viele andere Arten. Wir werden diese Flächen und damit die Artenvielfalt verlieren, wenn wir die Weidetierhalter nicht schützen können und sie deshalb die Weidetierhaltung aufgeben“, so Leberecht.


Vor allem aber, so Leberecht, gehe es um Vertrauen und Transparenz:

„Bei Rostock wurden 20 Schafe von einem Wolf gerissen und der Vorgang wurde vor uns Weidetierhaltern und der Bevölkerung verheimlicht. Werden wir eigentlich noch ernst genommen mit unseren Sorgen? Vertrauen ist verloren gegangen. Deswegen erwarten wir vom Land Mecklenburg-Vorpommern, den Antrag aus Brandenburg, Sachsen und Niedersachsen zu unterstützen“, sagt Manfred Leberecht.