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03.12.2020

Bauern in MV und Sachsen gehören zu den Verlierern der deutschen Düngeverordnung

Sarah Selig

 Zu einem informellen Arbeitsgespräch trafen sich gestern die Agrarminister der fünf neuen Bundesländer mit den Präsidenten der Landesbauernverbände, Vertretern der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft und der Initiative Land schafft Verbindung sowie Vertretern ökologischer Anbauverbände. Auf der Tagesordnung standen u.a. die aktuelle dramatische Situation in der Veredelungswirtschaft, die Eckpfeiler der künftigen Gemeinsamen Agrarpolitik in Europa (GAP) und die Umsetzung der Allgemeinen Verwaltungsverordnung (AVV) zur Ausweisung nitratbelasteter Gebiete in den Bundesländern.


Bei den Gesprächen zur neuen Düngeverordnung, die im Januar 2021 in Kraft treten wird, wurde deutlich, dass in Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen die durch die AVV eingeräumten Spielräume zur Ausweisung „roter Gebiete“ nur ungenügend genutzt wurden. Das hat zur Folge, dass diese beiden Bundesländer mit 13 Prozent (MV) und 14,5 Prozent (Sachsen) zu den Ländern mit dem höchsten ausgewiesenen Flächenanteil in der Gebietskulisse gehören.

„Die Bauern in MV und Sachsen zählen damit deutschlandweit zu den Verlierern der neuen Düngeverordnung“ so Präsident Kurreck. „Sie sind damit deutlich schlechter gestellt, als ihre Kollegen in den anderen Bundesländern.“


Intensiv wurde auch die angespannte Lage auf dem Schweine- und Milchmarkt diskutiert. Dabei ging es sowohl um marktentlastende Maßnahmen für den Ferkel- und Schweinemarkt sowie die Notwendigkeit langfristig belastbarer Vertragsgestaltungen im Milchsektor. Hier sei jetzt die Politik gefragt, so Kurreck.


Mit Blick auf die künftige Gemeinsame Agrarpolitik in der EU (GAP) forderten die Vertreter der landwirtschaftlichen Organisationen und Initiativen bei der Neugestaltung stärker die einkommensrelevante Komponente im Blick zu haben.

„Die Landwirte bekennen sich zu Umwelt- und Ressourcenschutz“, betont  Bauernpräsident Detlef Kurreck. „Aber um hier unseren Beitrag leisten zu können, brauchen wir Liquidität auf den Höfen. Zusätzliche Leistungen müssen  zusätzlich vergütet werden.“ Eine Umverteilung der Mittel bewege hier gar nichts.