Merkel und Kuhn im Gespräch mit Bauern

Einer Einladung der Bauernverbände Nordvorpommern und Rügen sowie des Landrates folgend, besuchten die Bundestagsabgeordnete Dr. Angela Merkel und EU-Abgeordneter Werner Kuhn am 3. Mai die Bauern des Landkreises. Auf einer Gesprächsrunde in der Agrargesellschaft Andershof/Steinhagen in Wendorf informierten sich beide Politiker bei den 150 anwesenden Bauern über die aktuelle Situation und Probleme.

In ihren Eingangsstatements zeigten sich Merkel und Kuhn gut vorbereitet und mit der landwirtschaftlichen Materie vertraut. Dies bestätigte sich dann auch in der anschließenden Diskussion. Merkel stellte heraus, dass es ihr wichtig sei, Informationen von den Bauern zu bekommen -  dass sie aus erster Hand wissen wolle, wo etwas klemme, was man anders machen sollte. Und die Hinweise kamen.
Ob es die anstehende Reform der gemeinsamen Agrarpolitik der EU, die Inanspruchnahme von Landwirtschaftsflächen für Infrastruktur- und Ausgleichsmaßnahmen, die Debatte um die Tierhaltung oder die Problematik steigender Bodenpreise ist - die Palette dessen, was den Bauern derzeit unter den Nägeln brennt ist breit. 
Bei der anstehenden Reform der europäischen Agrarpolitik befürchten Bauern, dass sie aufgrund ihrer Betriebsgrößen benachteiligt werden sollen. Es ist geplant, die von der EU gewährten Zahlungen betriebsgrößenabhängig zu zahlen. Das ist ein Problem für die hiesige Landwirtschaft, deren Betriebe im Mittel 6 mal so groß wie der deutsche und gut 20 mal so groß wie der europäische Durchschnittsbetrieb sind. Hier sprang EU-Abgeordneter Werner Kuhn den Bauern bei und sagte, dass derartige Pläne von ihm eine eindeutige Absage bekommen. Auch Merkel äußerte sich dementsprechend.
Die Problematik „Flächenfrass“ lag den Bauern besonders am Herzen. Durch Bau- und Infrastrukturmaßnahmen gehen Tag für Tag Landwirtschaftsflächen verloren. Für den naturschutzrechtlichen Ausgleich derartiger Eingriffe in die Natur werden weitere Landwirtschaftsflächen in Anspruch genommen. In unserem Landkreis beträgt dieser Flächenverlust täglich 1,1 Hektar, was ca. 1,5 Fußballfeldern entspricht. Seit dem Jahr 2000 hat sich dadurch die Landwirtschaftsfläche im Landkreis Nordvorpommern um 4.065 Hektar reduziert. Allein auf den in den letzten 10 Jahren in Vorpommern-Rügen auf diese Weise entzogenen Landwirtschaftsflächen hätten 32.500 Tonnen Weizen geerntet werden können, ausreichend um über 40 Millionen 1 kg-Brote zu backen. Die Bauern forderten, dass hier endlich ein Umdenken erfolgen muss.

Nach einer vielseitigen Diskussion zog Angela Merkel ihr Fazit der Versammlung: „Ich habe mitgenommen, wo den Bauern der Schuh drückt, es war das ein wichtiges Gespräch.“. Das sah Verbandsvorsitzender Aurel Hagen auch so: Wir wollen der Politik mitgeben, wie die Situation ist und wo es Handlungsbedarf gibt. Somit war diese Veranstaltung gerade mit diesen Gäste ein Erfolg.

Dr. Holger Brandt


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