12.02.2010 - Bauernverband findet Kompromiss mit BVVG akzeptabel

Neubrandenburg (jsp). Der Landesbauernverband hat sich gegen weitere Verzögerungen bei den neu ausgehandelten Verkaufsgrundsätzen ehemals volkseigener Flächen ausgesprochen. Der zwischen Bund und ostdeutschen Ländern erzielte Kompromiss sei auch für die Landwirte akzeptabel, sagte am Donnerstag Verbandspräsident Rainer Tietböhl in Neubrandenburg. Kurz zuvor hatte Brandenburg als erstes Land das Regelwerk unterschrieben, das auf Druck der Bauern ausgehandelt worden war. Das Schweriner Landwirtschaftsministerium kündigte dagegen eine genaue Überprüfung der Vereinbarung an.
Laut Bauernpräsident Tietböhl verbinden die Agrarbetriebe mit den neuen Grundsätzen die Hoffnung, dass die „Preistreiberei" beim Flächenverkauf durch die bundeseigene BVVG ein Ende hat. Künftig würden Gutachter zur Ermittlung des Verkehrswertes eingeschaltet, falls mit dem Landwirt keine Einigung über den Verkaufspreis erzielt werden könne. „Wir werden sehr genau beobachten, ob die BVVG sich tatsächlich an das Urteil des Gutachters hält. Ich bin da skeptisch", meinte Tietböhl. Bisher ermittelte die BVVG die Preise auf der Basis von Ausschreibungen. Das hatte allein im vergangenen Jahr die Ackerflächen im Land um elf Prozent verteuert.

Unterdessen zögert Landwirtschaftsminister Till Backhaus (SPD) noch mit seiner Unterschrift unter das Papier mit den anderen Bundesländern und dem Berliner Finanzministerium abgestimmte Papier. Geprüft werde solle, wie dem starken Anstieg der Pachtzinsen ein Riegel vorgeschoben werden könne. Wahrscheinlich falle darüber in der kommenden Woche die Entscheidung. Bauernpräsident Tietböhl sprach sich dafür aus, „dieses wichtige Thema" in einer gesonderten Vereinbarung zu klären.

Am Donnerstag hatte die BVVG mitgeteilt, dass in Mecklenburg-Vorpommern im vergangenen Jahr 21600 Ackerland verkauft worden seien. Als durchschnittlicher Kauftpreis wurden rund 8300 Euro je Hektar angegeben. Der Überschuss habe 255 Millionen Euro betragen. Im Besitz der BVVG befinden sich im Land noch fast 145000 Hektar. Quelle: nordkurier 12.2.10

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