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Als kürzlich ein Schwarm Journalisten von Presse, Funk und Fernsehen, begleitet von Landesbauernpräsident Rainer Tietböhl und weiteren Mitgliedern des geschäftsführenden Vorstandes des Bauernverbandes Mecklenburg-Vorpommern, Markus Böckermann auf seinem Hof in Bergfeld bei Güstrow trafen, erlebten sie den Landwirt in bester Stimmung. Böckermann hatte im Sommer eine Aufzuchtanlage für Mastgeflügel-Elterntiere in Betrieb genommen. Nach nervenaufreibenden Auseinandersetzungen mit einer Bürgerinitiative und immer neuen Auflagen der Planungs- und Genehmigungsbehörden. Doch das ist Vergangenheit. „In der nächsten Woche stallen wir den ersten Durchgang mit 38 500 Zuchttieren aus. Darauf freuen wir uns, denn bisher haben wir nur investiert“, ließ Markus Böckermann durchblicken.
Um eine Antwort nicht verlegen
Der Familienbetrieb in Bergfeld war die erste Station einer Pressefahrt, zu der der Bauernverband Mecklenburg-Vorpommern eingeladen hatte. Nachdem sich die Medienvertreter bei Markus Böckermann über die ersten Erfahrungen des früheren Marktfruchtbauern als Geflügelhalter informiert hatten, ging es per Bus weiter nach Groß Wüstenfelde. Dort berichtete Gerd Etringer, wie er als Milchproduzent die vergangenen zwölf Monate bei einem Milchpreis von zeitweise 19 ct/kg überstanden hat.
Die Niedrigpreisphase hat dem Landwirt, der in dem bekannten Bauerndorf eine Milchquote von 450 000 kg bewirtschaftet, einen dicken Strich durch die Rechnung gemacht. „Eigentlich wollte ich in einen neuen Melkstand investieren. Das habe ich erst einmal aufgeschoben. Liquidität geht vor“, erläuterte der Landwirt den Journalisten. Nun steht der Milchbauer aber vor einem neuen Problem: Wenn er die Investition nicht bald auf den Weg bringt, drohen ihm Steuernachzahlungen. „Bessere Abschreibungsmöglichkeiten oder günstigere Ansparmodelle wären für uns Landwirte sehr hilfreich“, diktierte Etrich den Journalisten in ihre Schreibblöcke. Auf seine für ostdeutsche Verhältnisse vergleichsweise kleine Betriebsgröße - 75 ha LF und 60 Milchkühe - angesprochen, zeigte sich der Landwirt um eine Antwort nicht verlegen. „Die Kreditbelastung unseres Hofes ist nicht mehr so hoch. Und bei den schlechten Preisen haben auch größere Milchbetriebe Schwierigkeiten“, machte Gerd Etringer deutlich. Er kommt auf eine Milchleistung von 8 000 kg Milch/Kuh, kitzelt aber nicht „den letzten Liter heraus, sondern achtet mehr auf die Kosten“. Etringer hofft, dass der Milchpreis nun rasch auf über 33 ct/kg steigt. „Wir müssen für unser Produkt einen ordentlichen Preis erlösen“, betonte der erfahrene Landwirt.
Rundgang im neuen LALLF-Laborgebäude
Dritte Station der Pressefahrt war das Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF). Dessen Erster Direktor, Prof. Dr. Frerk Feldhusen, informierte die Medienvertreter über die vielfältigen Aufgaben des Amtes, von der Tierseuchendiagnostik, Lebensmittel- und Futteruntersuchungen, über den Pflanzenschutzdienst, die Analytik von Schadstoffen und Rückständen, bis hin zu Überwachung von pflanzlichen und tierischen Erzeugnissen sowie der Kontrolle von Fischerei und Fischgroßhandel. Bei einem Rundgang durch das neue Laborgebäude konnten die Journalisten aus erster Hand einen Eindruck von den modernen Geräten und Untersuchungsverfahren gewinnen.
Zum Programm der Pressefahrt gehörte außerdem eine Gespräch mit Willi Kampmann, Vertreter des Deutschen Bauernverbandes in Brüssel (siehe Heft 51, S. 8), sowie eine Gesprächsrunde mit den Mitgliedern des geschäftsführenden Vorstandes des Bauernverbandes Mecklenburg-Vorpommern. Den Abschluss bildete ein sehr informatives Pressegespräch mit Dr. Gisela Spangenberg, Direktorin der Fachschule für Agrarwirtschaft des Landes MV „Johann Heinrich von Thünen“ in Güstrow-Bockhorst über die Aus- und Weiterbildung und die Perspektive „grüner Berufe“ im Nordosten. Text und Foto:Gerd Rinas/Bauernzeitung
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